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  • E-Commerce Trends & Themen 2024 – Teil 2: Was verliert an Bedeutung?

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wir wagen einen Blick in die Glaskugel für 2024 und unterstützen Unternehmen dabei, neue Entwicklungspotenziale für ihren E-Commerce auszuschöpfen. Im Folgenden gehen wir der Frage nach, was 2024 an Bedeutung verliert – wie gewohnt subjektiv und praxisnah.

Zusammenfassung

  • Traditionelle, monolithische E-Commerce-Plattformen werden zunehmend durch flexible, modulare Lösungen im Sinne des Composable Commerce und Headless Commerce ersetzt.

  • Produktdaten werden nicht mehr manuell für den E-Commerce aufbereitet, sondern mithilfe von smarten Tools automatisiert und systematisch optimiert.

  • Statische Produktempfehlungssysteme für den E-Commerce haben ausgedient. An ihre Stelle treten dynamische, KI-gestützte Recommendation Engines für personalisiertes Upselling.

  • Veraltete SEO-Praktiken wie Keyword- und Link-Stuffing werden entgültig durch neue Anforderungen an die Website-Performance, Nutzerfreundlichkeit und Relevanz, obsolet.

  • Responsiveness war gestern – Online-Shops, die sowohl Käufer als auch Suchmaschinen überzeugen wollen, müssen technisch speziell für mobile Endgeräte optimiert werden.

1. Good bye, Monolith!

Traditionelle, monolithische E-Commerce-Plattformen werden zunehmend durch flexible, modulare Lösungen im Sinne des Composable Commerce und Headless Commerce ersetzt.

3 Fragen an Felix Trost, Domain Architect, Senior Fullstack Developer bei eCube

1. Welche Probleme haben E-Commerce-Betreiber mit ihren monolithischen Altsystemen?
Viele Altsysteme stammen aus einer Zeit, in der individuelle Anpassbarkeit by Design kein Thema war. In vielen Fällen wurde ein ohnehin unflexibles System durch individuelle Modifikationen zunehmend starrer und komplexer, sodass jeder weitere Eingriff, jedes Update, zu einem Drahtseilakt wird.

2. Welche Vorteile bietet Composable Commerce, bzw. Headless-Commerce?
Beides steht für mehr Flexibilität und Anpassbarkeit im E-Commerce. Headless Commerce entkoppelt Frontend und Backend, sodass beide Bereiche unabhängig von einander entwickelt werden können. Composable Commerce entkoppelt quasi alle System-Komponenten auf einer flexiblen Plattform.

3. Wie können Unternehmen vorgehen, um ihr E-Commerce-System zu modernisieren?
Für ein Replatforming gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder neu bauen, migrieren und umschalten oder das alte System schrittweise in ein neue modulare Architektur transformieren. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile, welches der richtige ist, muss im Einzelfall gründlich abgewogen werden.

Leseempfehlung:

2. Ressourcen-Killer Produktdaten

Produktdaten werden nicht mehr manuell für den E-Commerce aufbereitet, sondern mithilfe von smarten Tools automatisiert und systematisch optimiert.

3 Fragen an Günter Heiß, Geschäftsführer bei eCube

1. Welche Bedeutung haben Produktdaten für den E-Commerce?
Produktdaten sind der Treibstoff und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen liefern sie den Content für den Verkauf – Produktbeschreibungen, Bilder, Preise etc. Zum anderen liefern sie die Metadaten zu Produkten, um Systemfunktionen zu steuern – Suche, Produktempfehlungen, Katalog etc.

2. Warum tun sich Händler so schwer mit der Qualität ihrer Produktdaten?
Viele Unternehmen sehen in Produktdaten eine lästige Pflichtübung. Dementsprechend läuft die Pflege und Aufbereitung oft recht unmotiviert nebenbei. Im B2B bereitet jedes zweite Unternehmen seine Produktdaten manuell auf – mit hohem Aufwand und entsprechend hoher Fehlerquote.

3. Wie können Händler die Aufbereitung ihrer Daten effizienter gestalten?
PIM-Systeme sind primär für Verwaltung von Produktdaten ausgelegt. Sollen Produktdaten zusätzlich analysiert und (automatisiert) optimiert werden, braucht es zusätzliche Tools, die heute schon am Markt verfügbar sind. Mit Chioro® haben wir bei eCube ein solches Tool entwickelt.

Leseempfehlung:

3. Unpassende Produktempfehlungen

Statische Produktempfehlungssysteme für den E-Commerce haben ausgedient. An ihre Stelle treten dynamische, KI-gestützte Recommendation Engines für personalisiertes Upselling.

3 Fragen an David Pasdar, Full-Stack Engineer & Team Lead at eCube

1. Welche Bedeutung haben automatisierte Produktempfehlungen für den Verkaufserfolg?
Durch gezieltes Cross- und Upselling können Händler mehr aus den Besuchen in ihrem Online-Shop herausholen. Kunden werden Artikel vorgeschlagen, die ergänzend oder von höherer Qualität bzw. Preis sind als die, die sie gerade betrachten oder bereits in den Warenkorb gelegt haben.

2. Warum sehen viele Käufer in Online-Shops Produktempfehlungen, die nicht zu ihnen passen?
Viele Produktempfehlungssysteme in Online-Shops sind irgendwo in den 2000er Jahren stehen geblieben. Damals bestimmten statische Regeln, wem welches Produkt empfohlen wird. Diese Regeln werden heute oft noch manuell eingerichtet – von smarter Personalisierung kann also keine Rede sein.

3. Wie können Händler ihren Absatz durch bessere Produktempfehlungen steigern?
Heute sind eine ganze Reihe von Tools und Services für smarte Produktempfehlungen für Shops verfügbar. Diese können quantitativ vorhersagen, wie stark das Interesse eines Käufers an einem Produkt ist, um ihm genau die zu empfehlen, für die er sich wahrscheinlich am meisten interessiert.

Leseempfehlung:

4. Schluss mit Google-Mythen

Veraltete SEO-Praktiken wie Keyword- und Link-Stuffing werden entgültig durch neue Anforderungen an die Website-Performance, Nutzerfreundlichkeit und Relevanz, obsolet.

3 Fragen an Simon Weidenbeck, Junior Marketing Manager bei eCube

  1. Sollten sich Betreiber von Online-Shops überhaupt noch aktiv um SEO bemühen?
    Suchmaschinenoptimierung spielt weiterhin eine wichtige Rolle für Händler, die im Netz gefunden werden wollen. Allerdings haben sich die Anforderungen verändert, weg vom technischen SEO hin zur Mobile-First-Benutzererfahrung, natürliche Sprache, semantischer Suche, Sicherheit etc.

  2. Welche Google-Mythen halten sich in den Marketing-Abteilungen hartnäckig?
    Viele Händler lassen sich immer noch von veralteten SEO-Praktiken wie das Anreichern von Texten mit Keywords und Links leiten. Solche Ansätze sind aufwändig, sorgen nicht gerade für natürliche Sprache und haben deshalb so gut wie keinen Einfluß auf das Ranking von Webseiten.

  3. Worauf sollten Händler bei der Suchmaschinenoptimierung ihres Shops achten?
    Seit der Einführung rankingrelevanter Signale für die Nutzerfreundlichkeit von Seiten bewertet Google Websites als wertvoll, die ein überragendes Nutzungserlebnis bieten. Händler sollten sich deshalb auf Aspekte wie Ladezeiten, Mobile-First, Relevanz, natürliche Sprache und Sicherheit konzentrieren.

Leseempfehlung:

5. Online-Shops ohne mobile Optimierung

Responsiveness war gestern – Online-Shops, die sowohl Käufer als auch Suchmaschinen überzeugen wollen, müssen technisch speziell für mobile Endgeräte optimiert werden.

3 Fragen an Dirk Steinkopf, Projektleiter und Mobile-Experte bei eCube

1. Was ist der Unterschied zwischen responsiven und für mobile-optimierten Shops?
Responsive Websites passen ihr Layout automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen an. Mobile-optimierte Online-Shops gehen einen Schritt weiter und sind mit speziellen Funktionen für die einfache und komfortable Nutzung auf Smartphone-Bildschirmen zugeschnitten.

2. Welche Vorteile hat ein mobile-optimized Shop für den digitalen Verkauf?
Im Jahr 2023 machten mobile E-Commerce-Verkäufe weltweit über 60 Prozent der gesamten E-Commerce-Verkäufe aus. Deshalb ist Mobile Commerce für Händler schon lange kein Nice-to-have mehr, sondern Pflicht. Wer mittelfristig überleben will, muss seinen E-Commerce für Smartphones optimieren.

3. Worauf sollten Händler achten, wenn sie ihren E-Commerce für mobile Endgeräte optimieren?
Mobile Commerce setzt eine Optimierung an die Bedienung über mobile Geräte voraus. Dies umfasst das Bedienkonzept für den gesamten Kaufprozess von der Produktsuche über Katalog und Warenkorb bis hin zum Log-In und Check-Out. Es geht also um weit mehr als nur die Oberfläche.

Leseempfehlung:

  • Technische Frontendoptimierung „Perfect Storefront“ – Teil 1 | Teil 2

eCube als Partner für modernen E-Commerce

25 Jahren Erfahrung in der Planung und Umsetzung komplexer E-Commerce-Projekte unterstützen die Experten von eCube dabei, Technologien optimal einzusetzen. Herstellerunabhängig und objektiv konzentrieren wir uns auf technologische Ansätze, die bei geringem Aufwand und Risiko den größtmöglichen Nutzen für E-Commerce-Unternehmen versprechen – Buchen Sie einen unverbindlichen Gesprächstermin mit uns!

Der digitale Verkauf ist ständig in Bewegung. Wir wagen einen Blick in die Glaskugel für 2024 und unterstützen Unternehmen dabei, neue Entwicklungspotenziale zu identifizieren und zu nutzen. Im Folgenden gehen wir der Frage nach, was 2024 wichtig wird – wie gewohnt subjektiv und praxisnah.

Zusammenfassung

  • Generative AI hat das Potenzial, den E-Commerce effizienter und schneller zu machen. Schon jetzt können Händler und ihre Kunden von immer mehr neuen Möglichkeiten profitieren.

  • Durch die gezielte Ertüchtigung bestehender E-Commerce-Systeme per Software-Retrofit können Händler mit wenig Aufwand viel Verbesserung erreichen (und ein Replatforming vorbereiten).

  • Barrierefreiheit im E-Commerce ist kein Nice to have. Neben dem natürlichen Interesse des Handels an bestmöglichen Kundenerfahrungen gibt es ab Juni 2025 klare rechtliche Vorgaben.

  • Händler, die in den Composable Commerce einsteigen wollen, werden dies nicht auf der grünen Wiese (green field) tun, sondern mithilfe einer Accelerator-Lösung eine solide Basis legen.

  • B2B Online-Shops werden zu Kundenportalen weiterentwickelt, die einer neuen Käufergeneration das hohe Maß an Self-Service, Verfügbarkeit und Flexibilität bietet, das sie erwartet.

1. ChatGPT wird (fast) alles verändern

Generative AI hat das Potenzial, den E-Commerce effizienter und schneller zu machen. Schon jetzt können Händler und ihre Kunden von immer mehr neuen Möglichkeiten profitieren.

3 Fragen an Jessica Zehme, Consultant + Scrum Master bei eCube:

1. Wo steht Generative AI wie ChatGPT in seiner Entwicklung heute?

Generative AI hat sich enorm weiterentwickelt und ist, wenn man den 2023 Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies zugrunde legt, auf dem „Gipfel der überhöhten Erwartungen“ angelangt. Möglich, dass jetzt eine kurze Phase der Ernüchterung folgt, aber die Entwicklung stimmt positiv.

2. Wo siehst Du das größte Potenzial für ChatGPT im E-Commerce?

Generative AI kann den Menschen in vielen Bereichen des E-Commerce unterstützen, angefangen bei der Automatisierung von Prozessen z. B. im Kundenservice, über die Entwicklung von Content, Bilder und Texte, für den Verkauf bis hin zur Analyse von Daten für bessere Geschäftsentscheidungen.

3. Wie können E-Commerce-Unternehmen ChatGPT heute schon gewinnbringend einsetzen?

ChatGPT lässt sich schon jetzt gewinnbringend nutzen, um Texte für den Online-Shop oder für das Marketing zu erstellen oder umzuschreiben. In Verbindung mit Dalle-E lassen sich auf Knopfdruck eindrucksvolle Bilder erzeugen. Oder ChatGPT wird zum Chat-Bot, um nur einige Beispiele zu nennen.

Leseempfehlung:

ChatGPT, wie verändert KI den E-Commerce? (Internetworld)

175 Best ChatGPT Prompts for E-commerce (chatgptaihub)

2. Replatforming groß denken, schlank starten

Durch die gezielte Ertüchtigung bestehender E-Commerce-Systeme per Software-Retrofit können Händler mit wenig Aufwand viel Verbesserung erreichen (und ein Replatforming vorbereiten).

3 Fragen an Joachim Uhrlaß, Geschäftsführer bei eCube:

1. Warum scheuen Händler grundlegende Veränderungen ihrer E-Commerce-Technologie?

Große Replatforming-Projekte wie z.B. die Ablösung eines Altsystems und Wechsel auf ein modernes Cloud-basiertes System sind oft mit hohem Aufwand, potentiellen Risiken und Kosten verbunden. Zudem hängen viele Unternehmen an ihren Systemen, weil sie bereits viel in den Erhalt und Entwicklung investiert haben.

2. Wie können Unternehmen auch ohne Replatforming ihres E-Commerce viel erreichen?

In vielen Fällen gibt es Alternativen zu grundlegenden Veränderungen. Ein Altsystem, dass nicht mehr den Anforderungen an einen modernen E-Commerce entspricht, kann oft im Rahmen eines Software-Retrofits durch kleine gezielte Maßnahmen schnell und wirtschaftlicht ertüchtigt werden.

3. Kannst Du Beispiele für Software-Retrofitting im E-Commerce nennen?

Wenn das Altsystem über entsprechende Datenschnittstellen verfügt, lässt sich beispielsweise eine rudimentäre CRM-Funktion durch die Integrationen eines modernen SaaS-Service ersetzen. In vielen Fällen hilft auch einfach ein Upgrade des bestehenden Systems, um fehlende Funktionen zu erhalten.

Leseempfehlung:

Retrofit im E-Commerce: Wie Unternehmen ihre Technologien mit geringem Risiko und Aufwand nachrüsten

Systeme intelligent tunen statt neu bauen – Beispiele für Software-Retrofitting im E-Commerce

3. Customer experience, aber bitte barrierefrei!

Barrierefreiheit ist im E-Commerce ist kein Nice to have. Neben dem natürlichen Interesse des Handels an bestmöglichen Kundenerfahrungen gibt es ab Juni 2025 klare rechtliche Vorgaben.

3 Fragen an Helga Trost, Head of Marketing bei eCube:

1. Wo stehen Händler beim Thema Barrierefreiheit im E-Commerce heute?

Studien zeichnen ein düsteres Bild: Laut Statista ist “Barrierefreiheit im Internet kaum vorhanden”. Eine Analyse der meist referenzierten Websites der Welt hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen hat gezeigt, dass nur rund zwei Prozent ohne Mängel sind.

2. Warum sollten Händler ihren E-Commerce barrierefrei gestalten?

Gemäß Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) müssen E-Commerce-Angebote spätestens ab dem 28. Juni 2025 „für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar“ sein.

3. Was können E-Commerce-Betreiber schon jetzt tun, um ihr Angebot barrierefrei zu gestalten?

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) geben eine gute Orientierung, wie man Webinhalte zugänglich für Menschen mit Behinderung macht. Händler, die schon jetzt ihre Hausaufgaben hinsichtlich Barrierefreiheit machen, sind auf der sicheren Seite, wenn das BFSG 2025 in Kraft tritt. Alternativ ist eine externe Beratung empfehlenswert, um kein Risiko einzugehen.

Leseempfehlung:

WCAG 2.0 im Überblick (Aktion Mensch)

4. Schnellstart in den Composable Commerce

Händler, die in den Composable Commerce einsteigen wollen, werden dies nicht auf der grünen Wiese (green field) tun, sondern mithilfe einer Accelerator-Lösung eine solide Basis legen.

3 Fragen an Paul Böhme, Scrum Master + Team Lead bei eCube:

1. Was versteht man unter Composable Commerce?

Composable Commerce steht für einen Paradigmenwechsel im Bereich Software-Architektur. Während der E-Commerce bisher stark auf monolithischen Komplettsystemen basierte, beobachten wir einen wachsenden Bedarf nach modularen Plattformen, die sich flexibel modifizieren lassen.

2. Welches sind die Herausforderungen für Händler beim Start in den Composable Commerce?

Composable Commerce bedeutet, IT neu zu denken und in Besitz zu nehmen. Weg vom reinen Konsumieren hin zum Gestalten von Lösungen. Weg von Best-of-Suite hin zu Best-of-Breed. Dafür fehlen vielen E-Commerce-Unternehmen das Know-how, Fähigkeiten und Ressourcen.

3. Wie können Accelerator-Lösungen wie der Precomposer von eCube unterstützen?

Der Precomposer ist ein Setup-Paket für den schnellen und effizienten Start in den Composable Commerce auf Basis von MACH-Prinzipien. Mit wenigen Klicks erstellen Unternehmen die komplette Architektur und Infrastruktur für einen flexiblen anpassbaren und erweiterbaren Online-Shop.

Leseempfehlung:

Accelerator von eCube: 21 Wochen schneller zur MACH-Architektur und -Infrastruktur

Webinar: Compose it till you own it – Unsere Anleitung zu Ihrem E‑Commerce‑Baukasten

Von Null zum Shop in Rekordzeit: Die 5-Minuten-Installation des Precomposers

5. Self-Service im B2B Commerce

Online-Shops werden zu Kundenportalen weiterentwickelt, die einer neuen Käufergeneration im B2B Commerce das Maß an Self-Service, Verfügbarkeit und Flexibilität bietet, das sie erwartet.

3 Fragen an Jonas Vogel, Business Development bei eCube:

1. Was unterscheidet das Business-to-business vom Consumer-Geschäft?

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass sich der B2B Commerce zunehmend an den B2C Commerce angleicht. Das Kauferlebnis, dass Einkäufer von ihrem privaten Konsum her gewohnt sind, erwarten sie auch geschäftlich – auch wenn sich Kaufprozesse im B2B durchaus vom B2C unterscheiden.

2. Wie müssen Händler auf die speziellen Anforderungen im B2B Commerce reagieren?

Es sind die Anforderungen einer neuen Generation von Einkäufern, die den B2B Commerce heute schon prägen. Dementsprehend müssen Händler einen Verkauf bieten, der 24/7 auf jedem Endgerät verfügbar ist und einen reibungslosen Einkauf im End-to-End-Self-Service-Modus ermöglicht.

3. Welche Vorteile bieten Kundenportale gegenüber klassischen Online-Shops?

B2B Kundenportale geben Käufern im Idealfall die Möglichkeit, ihren Einkauf von der Anfrage, über die Preisverhandlung bis zum Kaufabschluss und darüber hinaus ganz ohne Unterstützung des Anbieters abzuwickeln. Das Interface kann hierbei völlig von einem klassischen Online-Shops abweichen. EDIs und Punchout Funktionen haben zu früheren Zeiten den Grundstein gelegt. Autonomie, Geschwindigkeit und Effizienz spielen hier eine zentrale Rolle.

Leseempfehlung:

Customer Portal: Alter Wein in neuen Schläuchen oder die Zukunft des B2B-Commerce? (Emporix)

eCube als Partner für modernen E‑Commerce

Mit 25 Jahren Erfahrung in der Planung und Umsetzung komplexer E-Commerce-Projekte unterstützen die Experten von eCube dabei, Technologien optimal einzusetzen. Herstellerunabhängig und objektiv konzentrieren wir uns auf technologische Ansätze, die bei geringem Aufwand und Risiko den größtmöglichen Nutzen für E-Commerce-Unternehmen versprechen – Buchen Sie einen unverbindlichen Gesprächstermin mit uns!

Das Magazin von eCube bietet Fachwissen und Inspiration speziell für Commerce-Verantwortliche, die sich nicht an Technologie-Hypes orientieren wollen, sondern an dem, was ihr Business nachhaltig voranbringt. Hier gibt es einen Rückblick auf die Top-Themen des Jahres 2021.

Bei jedem Thema, das wir in unserem Magazin aufgreifen, geht es uns nicht in erster Linie darum, den neuesten Hype zu bejubeln – vielmehr wollen wir Ihnen aufzeigen, wie Sie die relevanten Trends aufgreifen und wertschöpfend für Ihr Unternehmen umsetzen. Agile Denk- und Arbeitsweisen ermöglichen es, sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren. So auch in unserem Magazin.

Die Top-Themen im eCube Magazin 2021:

  • Content Commerce: wertstiftende Inhalte als Treibstoff für den Verkauf
  • Digital Commerce Ecosystem: die Blaupause für adaptiven Commerce
  • Technische Frontend-Optimierung: “Perfect Storefront” setzt Maßstäbe
  • Personalisierung im Digital Commerce: der Hebel für bessere Verkaufszahlen
  • “Best of Breed” versus “Best Fit”: Mehrwert statt Technologie-Hype

Unser Angebot für Sie: Zu jedem dieser Themen stehen wir Ihnen sehr gerne mit kompetenter Beratung und von uns moderierten Strategie-Workshops zur Seite.  Alternativ stellen wir Ihnen auch ein “Professional Services” Team zusammen, welches Sie in der Lösung Ihrer Herausforderungen im eCommerce unterstützt.

Content Commerce: Wertstiftende Inhalte als Treibstoff für den Verkauf

Was ist Content Commerce? Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Analog zu “Content Marketing” beraten wir Sie bzgl. einer Strategie, Content Commerce als Unterstützung von Kaufprozessen mithilfe fachlich hochwertiger Inhalte (Fachartikel, Anleitungen, Datenblätter, Videos etc.) im gesamten Kaufprozess – von der Recherche bis zum Kaufabschluss, beeinflussen zu können.

Ziel des Content Commerce ist es, Käufern einen echten Mehrwert zu bieten, sie zu unterstützen und so gegenüber dem Wettbewerb zu punkten. Hochwertige Fachinhalte erweitern das Produktangebot und helfen, Kauferlebnisse zu schaffen, die Kunden als besonderen Service wahrnehmen.

Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, den passenden Content zur richtigen Zeit genau dort bereitzustellen, wo er gebraucht wird. Damit tun sich viele Unternehmen schwer.

Typische Fehler im Content Commerce

Content & Commerce in getrennten Welten: Marketing & Vertrieb arbeiten beim Thema Content Commerce kaum oder gar nicht zusammen. Content Commerce als einmaliges Projekt: Die Planung und Entwicklung von Content wird nicht als fortlaufender Prozess begriffen und betrieben. Content Commerce für das Anbieter-Ego: Die Inhalte orientieren sich nicht am Bedarf der Käufer, sondern folgen eher an eigenen (vertrieblichen) Interessen.
Content Commerce als one-way Kommunikation: Chancen, über Content mit Käufern ins Gespräch zu kommen und mehr über sie zu erfahren, bleiben ungenutzt. Content sich selbst überlassen: Content wird weder auf der eigenen Plattform noch darüber hinaus, in Suchmaschinen, Social Media etc, umfassend vermarktet. Content Commerce mit fremden Federn schmücken: Viele Unternehmen nutzen aus Mangel an Ressourcen fremde Inhalte und verletzen dabei Urheberrechte.
Content Commerce im fachlichen Blindflug: Content Commerce ohne zu wissen, was Käufer benötigen, um informierte Kaufentscheidungen zu treffen, ist wertlos. Content Commerce ohne Omnichannel-Strategie: Content-Distribution nach dem “One-fits-all”-Prinzip wird den spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Kanäle nicht gerecht. Content für Maschinen statt für Menschen: Google & Co. sind wichtig, um Inhalte im Netz zu verbreiten, primäre Zielgruppe sind jedoch (potenzielle) Käufer.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer fundierten Content-Strategie, die die Geschäftsziele fortlaufend in einen Plan für die Konzeption, Erstellung und Verbreitung von Inhalten im eCommerce übersetzt. Die Content-Strategie stellt sicher, dass Strukturen, Prozesse und Technologien für den Content Commerce optimal aufeinander abgestimmt sind.

Mehr zum Thema Content Commerce im eCube-Blog:

 


Grafik, die den Aufbau einer modularen Architektur zeigt

eCube unterstützt Sie gerne beim Aufbau und bei der Transformation Ihres Digital Commerce Ecosystems! Hier geht’s zu unseren Leistungen.

Mehr zum Thema Digital Commerce Ecosystems im eCube-Blog:

 

Technische Frontend-Optimierung: „Perfect Storefront“ setzt Maßstäbe

Online-Käufer sind anspruchsvoll. Das Schaufenster eines Shops sollte deshalb “perfekt” sein. Deshalb haben wir das Konzept der “Perfect Storefront” entwickelt, das Unternehmen dabei unterstützt, das “Frontend” ihres Online-Shops technisch fortlaufend zu optimieren.

Was steckt hinter “Perfect Storefront”?

Die “Storefront” – das digitale Schaufenster – umfasst alle Seiten eines Online-Shops, die zum Käufer gerichtet sind, also Kontaktpunkte auf der Kundenreise (Touchpoints) wie beispielsweise die Startseite, Produktdetailseiten, Produktlisten, Kategorieseiten und viele mehr. “Perfect Storefront” beschreibt das Ideal einer optimalen Verkaufsfläche, die den Kauf bestmöglich unterstützt.

Wichtig: Unser Konzept der “Perfect Storefront” soll nicht nur für optimale Kauferlebnisse im Online-Shop und damit für größeren Verkaufserfolg sorgen, sondern es legt auch die Basis für die erfolgreiche Vermarktung von Produkten und Inhalten über Suchmaschinen (SEO).

Headless Commerce für mehr Flexibilität in der Frontendoptimierung

So wie die Regeln für die Suchmaschinenoptimierung sind auch die Erwartungen und das Verhalten von Online-Käufern an den Online-Verkauf fortlaufend im Fluss. Deshalb muss ein Online-Shop heute sehr flexibel auf Veränderungen reagieren können, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nicht ohne Grund geht der Trend im Bereich der Digital-Commerce-Technologie weg von monolithischen Komplettsystemen, die alle Funktionen und Inhalte eines Online-Shops in einem Softwarekomplex vereinen. Die Zukunft gehört vielmehr modularen Systemen, die sich aus einer Vielzahl von funktionalen Einheiten (Services) zusammensetzen und flexibel an neue Anforderungen anpassen lassen. Die Basis dafür bilden serviceorientierte Architekturen (SOA).

“Headless-Commerce”-Plattformen gehen einen Schritt weiter und entkoppeln die Präsentationsschicht (Frontend – was der Kunde “sieht”) von der Funktions- und Datenschicht (Backend – was im Hintergrund geschieht). Das hat vor allem den Vorteil, dass Anpassungen und Erweiterungen im Rahmen einer technischen Frontendoptimierung ohne Auswirkungen auf das Backend eines Shops möglich sind, die in ihrem Ausmaß und Risiko schwer kalkulierbar sind.

Mehr zum Thema technische Frontend-Optimierung im eCube Magazin:

 

Personalisierung im Digital Commerce: Der Hebel für bessere Verkaufszahlen

Die Personalisierung von Shop-Inhalten und -Funktionen ist ein Top Trend im Digital Commerce. Personalisierte Kauferfahrungen schaffen wertvolle Wettbewerbsvorteile in gesättigten Märkten. Wir geben einen Überblick über Anwendungen und Prinzipien.

Wie wir Personalisierung im B2B E-Commerce verstehen:

“Daten, Inhalte und Technologien systematisch einsetzen, um Kauferlebnisse zu schaffen, die sich dynamisch an Bedarf und Verhalten des einzelnen Käufers ausrichten – und zwar an allen Touchpoints entlang des gesamten Kaufprozesses (onsite/offsite).”

Ein solch systematischer Ansatz bedeutet nicht, dass Personalisierung eine riesige Inititative sein muss, die viel Zeit und Ressourcen kostet. Unter systematisch verstehen wir eher einen iterativen Prozess, Personalisierung schrittweise aufzubauen, angefangen bei ausgewählten Ansätzen, die eine möglichst große Wertschöpfung bei geringem Aufwand und Risiko erreichen.

Beispiele für Personalisierung von Content & Funktionen in einem B2B Online-Shop (onsite)

Grafik personalisiertes Kauferlebnis: Begrüßung auf der Startseite, Verkaufsaktionen, Marketing Content, Produktempfehlungen, Produktsuche, Preise, Bestellprozesse, Warenkörbe Bestellungen

Entscheidend für erfolgreiche Personalisierung im B2B-E-Commerce ist eine Daten- und Technologiestrategie, die sich systematisch an Ihren Zielen (und Möglichkeiten) orientiert.

Mehr zum Thema Personalisierung im eCube-Blog:

“Best of Breed“ versus „Best Fit“: Mehrwert statt Technologie-Hype

Best of Breed – das Kombinieren von bestmöglichen IT-Lösungen für bestimmte Geschäftszwecke – erlebt in Zeiten von Headless und Composable Commerce eine Renaissance. Falsch verstanden führt dieser Ansatz jedoch häufig zu falschen Prämissen in der Technologie-Strategie. Hier kommt unser “Best-Fit”-Ansatz ins Spiel.

Best of Breed ist nicht neu – die Idee, die “besten” IT-Lösungen für einzelne Geschäftszwecke und strategische Ziele in Unternehmen zu kombinieren, existiert vermutlich schon solange sich Systeme und Software-Komponenten über Schnittstellen vernetzen lassen. Diskussionsbedarf besteht in der Fachwelt bei der Frage, was “Best” in Best of Breed genau meint: Eine Lösung, die im Markt als die beste gilt? Oder eine Lösung, die unabhängig davon, am besten geeignet ist, ein spezifisches Problem in einem Unternehmen zu lösen? Dementsprechend kursieren hier zwei Interpretationsansätze.

Wichtig: Die Lösung, die als Best of Breed im Markt gilt, ist nicht per se die beste Lösung, um spezifische Probleme im Unternehmen zu lösen oder strategische Ziele zu erreichen.

Best Fit: Fokus auf individuelle Problemstellung & Wertschöpfung

Um Fehlinterpretationen und Fehlentscheidungen zu vermeiden, unterstützen wir Digital-Commerce-Verantwortliche dabei, die Frage nach der besten Lösung für einen bestimmten Geschäftszweck nicht vom Markt her (Best of Breed), sondern aus Sicht des eigenen Unternehmens (Best Fit) zu beantworten.

Wie ermittelt man den Best Fit? – kurze Checkliste

  • Keine Lösung, ohne das Problem verstanden zu haben. Das Ziel: Problem primär innerhalb des Problembereichs “lösen”, nicht innerhalb des Lösungsbereichs.
  • Verschiedene Lösungsvorschläge berücksichtigen. Analyse und Suche nicht voreilig auf eigene Favoriten oder “Vorgaben” der Wettbewerber beschränken.
  • Lösungskandidaten in die engere Wahl nehmen und prüfen. Verfügbare Informationen kritisch studieren und verstehen.
  • Hintergründe und Motivation hinter einer Lösung verstehen, z.B. den historischen Kontext, in dem die in Frage kommende Lösung entworfen und entwickelt wurde.
  • Vorteile und Nachteile kritisch abwägen, z.B. im Kontext der Frage, welche Intitiative zurückgestellt würden, um die priorisierte Lösung zu realisieren?
  • Favorisierte Lösung kritisch reflektieren. Nüchtern und objektiv darüber nachdenken, wie gut diese Lösung zum konkreten Problem passt.

Mehr dazu in dem sehr lesenswerten Artikel “You Are Not Google” von Oz Nova, Gründer der Bradfield School of Computer Science.

Fazit: Erst wenn absolute Klarheit über die Problemstellung und mögliche Lösungsoptionen besteht, kann eine valide Entscheidung für eine Technologie getroffen werden, denn Best Fit definiert sich nicht danach, was objektiv im Markt als “das Beste” gilt, sondern was im Einzelfall das Beste für das Unternehmen ist.

Mehr zum Thema “Best Fit” im eCube Magazin:

 

Best of Breed – das Kombinieren von bestmöglichen IT-Lösungen für bestimmte Geschäftszwecke – erlebt in Zeiten von Headless und Composable Commerce eine Renaissance. Falsch verstanden führt dieser Ansatz jedoch häufig zu falschen Prämissen in der Technologie-Strategie.

Best of Breed ist nicht neu – die Idee, die “besten” IT-Lösungen für einzelne Geschäftszwecke und strategische Ziele in Unternehmen zu kombinieren, existiert vermutlich schon solange sich Systeme und Software-Komponenten über Schnittstellen vernetzen lassen. Diskussionsbedarf besteht in der Fachwelt bei der Frage, was “Best” in Best of Breed genau meint: Eine Lösung, die im Markt als die beste gilt? Oder eine Lösung, die unabhängig davon, am besten geeignet ist, ein spezifisches Problem in einem Unternehmen zu lösen? Dementsprechend kursieren hier zwei Interpretationsansätze.

Für die einen bestimmt der Markt, welche Plattformen, Systeme, Services oder Tools als “Best of Breed” gelten. Für die anderen, zu denen wir uns bei eCube zählen, orientiert sich Best of Breed nicht an der Meinung des Marktes, sondern allein daran, was aus Sicht eines Unternehmens für seine individuelle Problemstellung die beste Lösung ist. Um hier Klarheit zu schaffen und den Fokus auf die individuellen Kriterien bei der Evaluation möglicher Technologie-Lösungen zu betonen, sprechen wir bei eCube im Unterschied zu Best of Breed (aus Marktsicht) von Best-Fit-Lösungen (aus Unternehmenssicht).

Was bedeutet “Best of Breed” im Digital Commerce?

Best of Breed erlebt in Zeiten von Headless und Composable Commerce eine Renaissance. Beide Konzepte stehen für modulare Ökosysteme, die sich auf Basis serviceorientierter Architekturen (SOA) an den individuellen Anforderungen des digitalen Verkaufs orientieren. Statt fest in einer All-in-one-(Komplett-)Lösung verankert zu sein, werden beispielsweise die Funktionen eines Online-Shops modular in Form von (Micro-)Services zusammengesetzt und über Schnittstellen (API) vernetzt.

“Best of Breed” bedeutet in diesem Zusammenhang weniger, komplette Systeme – ERP, CRM, CMS, E-Commerce, etc. – zu verknüpfen, sondern funktionale Services intelligent zu orchestrieren, um bestmögliche (modulare) Lösungen für bestimmte Geschäftszwecke zu erreichen. Die Herausforderung besteht darin, die besten Services zu identifizieren (oder zu entwickeln), die sich mit geringem Aufwand und Risiko integrieren lassen und schnell den größtmöglichen Mehrwert für das Unternehmen schaffen.

Was bedeutet “Best of Breed” nicht?

Die Lösung, die als Best of Breed im Markt gilt, ist nicht per se die beste Lösung, um spezifische Probleme im Unternehmen zu lösen oder strategische Ziele zu erreichen. Ein Blick in den “Gartner Magic Quadrant” der Unternehmensberatung Gartner, die regelmäßig die “besten” IT-Lösungen am Markt nach verschiedenen Kriterien evaluiert, hilft nur bedingt, die beste Lösung für den Einzelfall zu finden. Solche Rankings können allenfalls eine grobe Orientierung zu Trends geben, ersetzen jedoch nicht die systematische Evaluation möglicher Lösungen auf Basis einer fundierten Analyse der Problemstellung.

Grundsätzlich sollten sich Entscheider bei der Suche nach Lösungen für ihren Digital Commerce nicht an Technologien orientieren, die beim Wettbewerb oder bei großen Unternehmen gerade en vogue sind. Künstliche Intelligenz nützt wenig, wenn sie zwar hilft, das Verhalten von Shop-Besuchern besser zu verstehen und das Angebot zu personalisieren, wenn die wirklich drängenden Probleme ganz woanders, beispielsweise im Bestellprozess, liegen. In diesem Fall ist KI eher “nice to have” statt ein Werttreiber.

Lesenswert dazu: You Are Not Google – “We like to think that we’re hyper-rational, but when we have to choose a technology, we end up in a kind of frenzy.”

Best Fit: Fokus auf individuelle Problemstellung & Wertschöpfung

Um Fehlinterpretationen und Fehlentscheidungen zu vermeiden, unterstützen wir Digital-Commerce-Verantwortliche dabei, die Frage nach der besten Lösung für einen bestimmten Geschäftszweck nicht vom Markt her (Best of Breed), sondern aus Sicht des eigenen Unternehmens (Best Fit) zu beantworten. Dazu ist es zwingend notwendig, die konkrete Problemstellung, bzw. Zielsetzung in allen Facetten zu verstehen. Erst dann kann mit der Suche nach passenden Technologien (Services, Plattformen) begonnen oder gegebenenfalls die Entwicklung eigener Lösungen in Betracht gezogen werden.

Die klare Fokussierung auf den Best Fit (für das eigene Unternehmen) hilft, Projekte und Vorhaben sinnvoll zu priorisieren und Investitionen in nicht notwendige Technologien – Technologie-Overload – zu vermeiden. Das bedutet nicht, dass die oben erwähnte KI-gestützte Personalisierung komplett von der Technologie-Agenda gestrichen werden muss. Sie wird gegebenenfalls in die Zukunft verschoben, um Ressourcen für “relevantere” Maßnahmen einzusetzen, die heute einen größeren Mehrwert für den Digital Commerce schaffen. Ein solche dynamische Priorisierung ist ein Grundprinzip agiler Entwicklung.

Den “Best fit” ermitteln – kurze Checkliste

Oz Nova, Gründer der Bradfield School of Computer Science, appeliert in seinem sehr lesenswerten Artikel “You Are Not Google” an Unternehmen, sich bei der Auswahl neuer Technologien nicht von Lösungen leiten zu lassen, die auf den ersten Blick vermeintlich nützlich erscheinen (etwa, weil sie von Tech-Konzernen eingesetzt wird), sondern den eigenen spezifischen Bedarf zugrunde zu legen. Denn nur so ließen sich Lösungen finden, die den größtmöglichen Mehrwert für ein Unternehmen schaffen.

Für die systematische Bedarfsanalyse und Lösungssuche liefert Oz Nova eine einfache Anleitung:

  • Keine Lösung, ohne das Problem verstanden zu haben. Das Ziel: Problem primär innerhalb des Problembereichs “lösen”, nicht innerhalb des Lösungsbereichs.
  • Verschiedene Lösungsvorschläge berücksichtigen. Analyse und Suche nicht voreilig auf eigene Favoriten oder “Vorgaben” der Wettbewerber beschränken.
  • Lösungskandidaten in die engere Wahl nehmen und prüfen. Verfügbare Informationen kritisch studieren und verstehen.
  • Hintergründe und Motivation hinter einer Lösung verstehen, z.B. den historischen Kontext, in dem die in Frage kommende Lösung entworfen und entwickelt wurde.
  • Vorteile und Nachteile kritisch abwägen, z.B. im Kontext der Frage, welche Intitiative zurückgestellt würden, um die priorisierte Lösung zu realisieren?
  • Favorisierte Lösung kritisch reflektieren. Nüchtern und objektiv darüber nachdenken, wie gut diese Lösung zum konkreten Problem passt.

Erst wenn absolute Klarheit über die Problemstellung und mögliche Lösungsoptionen besteht, kann eine valide Entscheidung für eine Technologie getroffen werden, denn Best Fit definiert sich nicht danach, was objektiv im Markt als “das Beste” gilt, sondern was im Einzelfall das Beste für das Unternehmen ist.

Sie sind an diesem Thema interessiert und haben noch Fragen oder wollen tiefer in die Thematik einsteigen? Dann verpassen Sie nicht unser Webinar am 13.10.21 um 12.30 Uhr

Digitale Geschäftsmodelle brauchen Ökosysteme aus Technologien, Daten und Fähigkeiten, die sich jederzeit flexibel an neue Anforderungen des adaptive Commerce anpassen können. Erfahren Sie hier, welche Weichen Sie heute stellen müssen.

Martec’s Gesetz besagt, dass sich Technologien exponentiell weiterentwickeln, während sich Unternehmen nur linear verändern (können). Gleiches gilt auch für den E-Commerce, denn auch die technischen Möglichkeiten des digitales Verkaufs entwickeln sich in hohem Tempo weiter.

Wo heute noch der Handel in Online-Shops und Beschaffungsplattformen stattfindet, verkaufen wir morgen schon über Kanäle, die wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben – in virtuellen Realitäten, im Internet der Dinge oder sonstwo.

Aus E-Commerce wird “Adaptive” Commerce, der sich laufend weiterentwickelt und anpasst.

Was bedeutet das für digitale Ökosysteme in Unternehmen?

Unternehmen müssen ihr digitales Geschäft neu denken:

  • Weg vom E-Commerce als einmaliges “Projekt”, das nebenbei miterledigt wird, hin zum Digital Commerce als zentraler Teil der Vertriebsstrategie.
  • Weg von fertigen Systemen, die alle nötigen Funktionen abdecken, hin zu flexiblen Systemen, die sich einfach an neue Anforderungen anpassen lassen.
  • Weg vom Fokus auf Technologie als Treiber von Digitalisierung, hin zu einer konsequenten Orientierung an Wertschöpfung für das Unternehmen.
  • Weg von Datensilos im Unternehmen, hin zu integriertem Datenmanagement, das Kunden- und Produktdaten zu einem Treibstoff für den Verkauf verknüpft.
  • Weg von Kompetenz- und Zuständigkeitsinseln, hin zu interdisziplinäre Teams, die Digitalisierung integriert und strategisch vorantreiben.

Kurz: Unternehmen müssen ihren Digitale Commerce endlich ernst nehmen und strategisch wie ein vollwertiges Profitcenter betreiben!

Erster Schritt: Die strategischen Bedingungen im Unternehmen dafür schaffen, dass das digitale Geschäft erfolgreich und vor allem nachhaltig wachsen kann. Dazu braucht es ein Ökosystem aus Technologien, Daten, Strukturen und Fähigkeiten, dass sich dynamisch weiterentwickelt. Wir nennen dies “Digital Commerce Ecosystem”.

eCube unterstützt Unternehmen dabei, ihr Digital Commerce Ecosystem strategisch und technologisch aufzubauen bzw. erfolgreich zu transformieren, um es fit für zukünftige Herausforderungen im Digital Commerce zu machen. Hier geht’s zu unseren Strategie-Workshops

Was ist ein Digital Commerce Ecosystem?

Unter Digital Commerce Ecosystem verstehen wir eine dynamische Landschaft aus Technologien, Daten, Strukturen und Fähigkeiten als Antwort auf die Schnelllebigkeit digitaler Geschäftsmodelle. Unternehmen, die über ein Digital Commerce Ecosystem verfügen, sind in der Lage, schneller zu lernen und flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren. Ein Digital Commerce Ecosystem ist deshalb weit mehr als ein IT-System.

Die 3 Grundprinzipien von Digital Commerce Ecosystems

Auch wenn Technologie eine wichtige Rolle spielt, so geht es beim Aufbau eines Digital Commerce Ecosystems vor allem darum, Ressourcen (Teams, Fähigkeiten) aufzubauen und  flexible Strukturen (Organisation, Technologien) im Unternehmen zu schaffen, die notwendig sind, damit das digitale Geschäft nachhaltig wachsen kann. Hier spiegeln sich einige zentrale Grundprinzipien agiler Organisationen wider.

Lesenswert dazu: The five trademarks of agile organizations (mckinsey.com)

1. Fokus auf Wertschöpfung

Agile Unternehmen orientieren sich strategisch nicht an dem, was (technisch) möglich ist, sondern an dem, was mit möglichst geringem Aufwand maximalen Mehrwert für das Unternehmen schafft. Dieses agile Prinzip gilt in Digital Commerce Ecosystems für alle Initiativen, egal ob man damit beginnt, Unternehmensbereiche und -funktionen zu digitalisieren oder den Digital Commerce weiterentwickelt.

Agiles Denken und Handeln orientiert sich immer an Wertschöpfungsketten, nicht an einzelnen Funktionen oder Technologien.

In der Praxis fallen leider zu viele Entscheidungen in Unternehmen auf Basis von einseitigen Annahmen (“das könnte etwas für uns sein”) oder Technologie-Hypes (“das muss man haben”). Das ist nicht neu, wie dieser IBM-Werbespot von 1998 zeigt.

Wir müssen ins Internet? – Wieso? Steht nicht da…“ – Dies zeigt, was passiert, wenn ein konsequenter Fokus auf Wertschöpfung in der IT-Strategie fehlt. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, vor allem weitreichende Technologie-Entscheidungen immer kritisch zu hinterfragen “was bringt es uns?”

2. Agile Prinzipien bei der Planung und Umsetzung

Auch die Entwicklung von Technologien und Infrastrukturen für den Digital Commerce sollte sich nicht an dem orientieren, was technisch machbar oder gerade “in” ist, sondern an dem, was unternehmerisch sinnvoll ist. Dementsprechend werden in agilen Technologie-Projekten solche Features einer Wertschöpfungskette priorisiert und vorrangig umgesetzt, die den größten Mehrwert bei geringstem Aufwand und Risiko versprechen – die sogenannten “Low hanging fruits”.

Dazu ein Beispiel: Zu Beginn der Zusammenarbeit mit einem unserer Kunden, legte uns dieser einen umfangreichen Anforderungskatalog für die Neuentwicklung einer B2B-Beschaffungsplattform für technische Produkte vor. Darin waren nahezu alle Funktionen zusammengestellt, die sich heute technisch realisieren lassen.

Die kritische Prüfung des Anforderungskatalogs anhand der Frage “Welche Komponenten sind notwendig, um schnell und gezielt in den digitalen Verkauf einzusteigen?” ließ den Umfang schnell auf das Wesentliche schrumpfen. In Strategie-Workshops mit dem Kunden konnten wir die wirklich relevanten Anforderungen identifizieren und so gezielter (und damit effizienter) mit der Umsetzung beginnen.

Wichtig: Agile Entwicklung zielt darauf ab, schnell und gezielt zu starten. “Time to market” ist wichtiger als das “perfekte” Produkt, wenn es darum geht, Feedback von Kunden zu bekommen, um das Produkt passend zum Bedarf weiterzuentwickeln. Deshalb folgen wir bei eCube dem Prinzip des “Minimum Viable Product”.

Lesenswert dazu: A Minimum Viable Product Is Not a Product, It’s a Process

3. Modulare (adaptive) Architektur

Versteht man Ökosysteme für den Digital Commerce als kontinuierlichen Prozess und nicht als Produkt oder Projekt, dann muss die Technologie-Architektur insgesamt so flexibel anpassbar und erweiterbar sein, dass sie Wachstums- und Veränderungsprozesse im Unternehmen unterstützt. Modulare Architekturen, etwa auf Basis von Micoservices bzw. SOA, sind hier deutlich flexibler als monolithische Architekturen wie sie in Komplettsystemen für den E-Commerce zu finden sind.

Wie wichtig die flexible Anpassbarkeit digitaler Ökosysteme ist, zeigt der Omnichannel-Vertrieb, wo schon heute der Verkauf nicht nur in einem Kanal, sondern über verschiedene Kanäle (Online-Shop, Marktplätze, soziale Plattformen, Apps, Suchmaschinen etc.) stattfindet. Laufend kommen neue Verkaufskanäle hinzu. Die Technologie-Strategie für den Omnichannel-Verkauf muss auf maximale Flexibilität und Anpassbarkeit ausgerichtet sein. Modulare Architekturen sind ein Teil davon.

Modulare Headless Architektur

Beispiel für eine modulare “headless” Architektur, bei der Frontend und Backend strukturell getrennt sind. Der Datenaustausch erfolgt über API.

Wichtig: Mit der Transformation von monolithischen hin zu modularen Architekturen, müssen sich auch Zuständigkeiten und Kompetenzen im Unternehmen neu organisieren. An die Stelle großer spezialisierter Teams, die für große Funktionsbereiche oder ganze Systeme zuständig waren, treten kleine interdisziplinäre Teams, die sich um “ihre” Services und Schnittstellen kümmern.

Lesenswert dazu: Monolithische Shopsysteme – neu bauen oder schrittweise transformieren?

Die 3 Dimensionen von Digital Commerce Ecosystems

Digital Commerce Ecosystems sind mehr als IT-Systeme. Neben einer modularen Technologie-Architektur braucht es vor allem Kompetenzen und Fähigkeiten im Unternehmen, um digitale Geschäftsmodelle strategisch zu planen und umzusetzen. Zudem spielen Daten (Kunden- und Produktdaten, Content) eine zentrale Rolle, um Menschen und Systeme mit der notwendigen Business-Intelligenz auszustatten.

Fähigkeiten Daten Technologien
• Lernende (datengetriebene) Organisation • Interdisziplinäre Teams aus Vertrieb, Marketing, IT, GF etc • Verknüpfung von Produkt-, Kundendaten und Content • Integriertes Daten-Management • Systematische Datenkonsolidierung und Qualitätssicherung • Modulare Architekturen • API-First-Technologie • Automatisierung von Prozessen und Workflows

Wichtig: Um Fähigkeiten, Daten und Technologien sinnvoll und flexibel integrieren zu können, müssen gegebenenfalls vorhandene Zuständigkeits- und Datensilos im Unternehmen aufgebrochen und durch flexiblere (agile) Strukturen ersetzt werden.

Lesenswert dazu: How to build a kick-ass agile team

Fazit

Technologie alleine macht keinen erfolgreichen Digital Commerce. Damit digitale Geschäftsmodelle im Sinne eines “adaptive” Commerce mit neuen Anforderungen und Chancen wachsen können, braucht es agile Strukturen im Unternehmen. Fähigkeiten, Daten und Technologien müssen sinnvoll in Digital Commerce Ecosystems integriert werden, um schrittweise die Basis für nachhaltigen Erfolg und Wachstum zu schaffen.

eCube unterstützt Sie gerne beim Aufbau und bei der Transformation Ihres Digital Commerce Ecosystems! Hier geht’s zu unseren Leistungen.

Digital Commerce braucht Strukturen, Prozesse und Technologien, die mit Ihrem Business wachsen und flexibel angepasst werden können. Das Denken in fertigen Lösungen und Systemen führt in vielen Unternehmen dazu, dass Digitalisierung der Technologie folgt, statt sich konsequent an Unternehmenszielen zu orientieren.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener, wie Unternehmen ihre Technologie-Strategie konsequent auf nachhaltiges Wachstum ausrichten. Dabei erläutern Sie die Vor- und Nachteile monolithischer versus modularer Systeme.

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir gezeigt, warum “traditionelles” IT-Management auch im Digital Commerce zu Schatten-IT führt. Teil 2 baut darauf auf und erläutert wie Unternehmen (insbesondere IT) durch eine Dezentralisierung des Technologie-Managements die Kontrolle über Strukturen und Systeme zurückgewinnen, ohne Innovation zu bremsen.

Digital Commerce, der langfristig erfolgreich sein will, muss strategisch auf Wachstum und Weiterentwicklung ausgerichtet sein. Das gilt sowohl für die Organisation als auch für Technologien. In der Praxis orientieren sich Technologie-Landschaften an den Kommunikationsstrukturen in Unternehmen. Das hat der US-amerikanische Informatiker Melvin Edward Conway erkannt und wie folgt beschrieben.

Conway’s Law: Systeme sind ein Abbild der Organisation

„Organisationen, die Systeme entwerfen, […] sind gezwungen, Entwürfe zu erstellen, die die Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen abbilden.“
Melvin E. Conway

Monolithische versus modulare Systeme

Große zusammenhängende Teams oder Abteilungen in Unternehmen schaffen ebenso zusammenhängende (monolithische) Systeme. Kleine verteilte Teams schaffen dagegen Systeme mit modularer Architektur (Service-basierte Systeme). Die Flexibilität in der Teamstruktur findet sich automatisch auch in der Systemarchitektur.
Quelle: Sketchplanations

Grafik: paraphrased Conway's Law von sketchplanations

Die Folge: Unternehmen, in denen der digitale Verkauf von großen interdisziplinären Teams gesteuert wird, sehen sich über kurz oder lang mit monolithischen Software-Architekturen konfrontiert. Diese sind organisch gewachsen und wegen ihrer zunehmenden Komplexität immer starrer geworden. Anpassungen wie z.B. die Ergänzung neuer Funktionen oder Anbindung weiterer Systeme ist dann mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Vorteile modularer versus monolithischer Systeme

Modulare Architekturen, die von kleinen verteilten Teams gemanaged werden, sind dagegen deutlich flexibler. Sie können jederzeit an neue Anforderungen angepasst werden. Nicht ohne Grund stehen die Zeichen der Zeit im Digital Commerce auf modulare Architekturen in Form von Service-basierten Systemen. Sie bieten den Unternehmen langfristig maximale Freiheiten bieten. Damit Technologien langfristig modular und damit flexibel bleiben (und nicht gemäß Conways Gesetzt monolithisch werden) müssen auf Organisationsebene ggf. große Teams in kleine verteilte Teams umgewandelt und Zuständigkeiten gesplittet werden.

Digital Commerce bewegt sich schnell. Die Herausforderung für Unternehmen liegt darin, technologisch am Ball zu bleiben und jederzeit flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. In der Praxis  scheitert das leider oft an starren Strukturen und Denkweisen: “Das haben wir noch nie so gemacht”.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener von eCube, wie Unternehmen die notwendigen Voraussetzungen für agile Digitalisierung schaffen und sich nachhaltig fit für den Online-Verkauf machen.

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir gezeigt, dass Digital Commerce zu einer Schatten-IT bzw. IT-Wildwuchs in Unternehmen führen kann, wenn das “traditionelle” Technologie-Management bzw. die zentrale Unternehmens-IT Digitalisierungsinitiativen durch starre Regularien und Denke eher bremsen als unterstützen.

Im Extremfall wird die IT nicht als Partner sondern als Gegner von Innovation wahrgenommen. Fachabteilungen vermeiden dementsprechend eine Einbindung der IT in Digital Commerce Projekte (oder binden sie nur am Rand ein). Kernkompetenzen (und Ressourcen) der IT bleiben ungenutzt und werden in den Fachabteilungen (redundant) aufgebaut. Statt Synergien zu nutzen, entsteht ein “Overhead” an digitalen Kompetenzen und Infrastruktur. Die Kommunikation zwischen IT und Fachbereichen ist eingeschränkt oder findet gar nicht statt.

Die Folge: Reibung und Kosten, die vermieden werden könnten, wenn Fachbereiche und Unternehmens-IT den Digital Commerce gemeinsam voranbringen würden.

Zentrale IT als Partner positionieren

Die Herausforderung für die IT in Unternehmen besteht darin, die Hoheit über das Technologie-Management im Unternehmen zurückzugewinnen. Ohne die Macht an sich zu reißen und Initiativen in den Fachabteilungen durch starre IT-Regularien und Denkweisen zu hemmen. Es gilt, die IT wieder als Partner und Korrektiv (nicht Hemmschuh!) für Digitalisierung zu positionieren.

Dazu müssen Aufgaben und Infrastruktur für den Digital Commerce, die von Fachabteilungen an externe Berater und Dienstleister ausgesourced wurden, nicht zwingend ins Unternehmen “zurückgeholt” werden. Es genügt, vorhandene Insellösungen und -initiativen in ein dezentrales Technologie-Management mit zentraler Steuerung zu integrieren. Die IT selbst muss neu gedacht werden: weg vom zentralen hin zu einem dezentralen Technologie-Management mit einem agilen Organisationsdesign.

Agiles Organisationsdesign: Shamrock-IT

Analog zum Modell der “Shamrock” Organisation von Charles Handy lässt sich eine flexible und auf agile Veränderung ausgerichtete Unternehmens-IT in drei Bereiche gliedern: ein zentrales IT-Management mit “klassischen” Kernkompetenzen und Zuständigkeiten, daneben Fachbereichs-IT für die spezifischen Anforderungen des Digital Commerce und angrenzender Unternehmensbereiche sowie externe Mitarbeiter und Dienstleister, die nach Bedarf eingebunden und skaliert werden können.

Ziel der Shamrock-Organisation ist es, auf kurzfristige Veränderungen und neue Anforderungen in dynamischen Märkten möglich schnell und flexibel reagieren zu können. Gleichzeitig soll ein notwendiges Maß an zentraler Steuerung und Kontrolle des Technologie-Managements sichergestellt werden.

IT-Management-Kernkompetenzen dargestellt innerhalb eines Kleeblattes

Vom Control-Tower alles im Blick

Ziel eines dezentralisierten Technologie-Managements ist es, den am Digital Commerce beteiligten Fachabteilungen in Technologie-Fragen soviel Autonomie wie nötig zu gewähren, um den Online-Verkauf strategisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig soll die zentrale Unternehmens-IT (wieder) so weit wie nötig in strategische Entscheidungen eingebunden werden. Damit wird sichergestellt, dass deren Kompetenzen und Ressourcen optimal genutzt und der Austausch zwischen IT und Fachabteilungen auf eine nachhaltige Basis gestellt wird.

In der Praxis empfiehlt es sich, ein Gremium für die strategische Weiterentwicklung der Technologie-Landschaft im Unternehmen zu bilden, in dem Vertreter aus zentraler IT, Fachabteilungen und ggf. Management gemeinsam Planung- und Kontrollfunktionen übernehmen. Da es hier im wesentlichen darum geht, Kontrolle über Digital Commerce Technologie zu sichern, nennen wir diese Gremium “Control-Tower”.

Wie dies gelingt und welche Rolle eine agile Technologie-Landschaft (Digital Commerce Ecosystem) dabei spielt, zeigen wir im dritten Teil unserer Artikel-Serie und in unserem Webinar für Digital Commerce Entscheider.

Digital Commerce entwickelt sich in atemberaubendem Tempo, ebenso die Technologie für das Online-Geschäft. Unternehmen müssen neue Technologie flexibel adaptieren können, wenn sie von Innovationen profitieren wollen. In der Praxis scheitert dies oft an starren Strukturen und überkommenen Denkweisen im Unternehmen, die die Digitalisierung des Vertriebs bremsen.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener von eCube, wie Unternehmen die notwendigen Voraussetzungen für (agile) Veränderung schaffen und sich fit für das Online-Business machen. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Digital Commerce schneller als die IT erlaubt?

Digital Commerce ist längst mehr als nur der Verkauf von Waren über einen Online-Shop. Die Zeichen der Zeit stehen auf Omnichannel-Vertrieb. Das Geschäft findet dort statt, wo der Kunde einkaufen will: auf digitalen Marktplätzen, sozialen Plattformen, im Internet der Dinge oder im B2B direkt im ERP. Damit verändern sich laufend auch die technologischen Anforderungen an den digitalen Verkauf, auf die Anbieter jederzeit flexibel reagieren können müssen.

Martec’s Law: Technologie wächst exponentiell, Organisationen ändern sich logarithmisch

Quelle: chiefmartec.com

 

Das Problem: In der Praxis ist der Digital Commerce oft schneller als es das “traditionelle” Technologie-Management bzw. die zentrale Unternehmens-IT beim Anbieter erlaubt. Dadurch geht die Schere zwischen dem, was technologisch möglich, und dem, was sich in einem Unternehmen realisieren lässt immer weiter auseinander.

Martec’s Law: Technologie wächst exponentiell, Organisationen ändern sich logarithmisch

„Schatten-IT“ als Antwort auf mangelnde Flexibilität?

Fachabteilungen (Vertrieb, Marketing, Einkauf, Fulfillment etc.) müssen auf neue Anforderungen und Chancen des digitalen Vertriebs schnell und flexibel reagieren können.  Die zentrale Unternehmens-IT ist hier ein wichtiger Partner in Technologie-Fragen, der jedoch in der Praxis nicht selten durch starre Regularien und Denke eher bremst als unterstützt. Das gilt vor allem dann, wenn agile Denkweisen und Methoden fehlen.

Die Folge: Fachabteilungen behelfen sich selbst und sourcen Technologien für den Digital Commerce  in Eigenregie an externe Dienstleister aus. Da jede Fachabteilung eigene Ziele und Initiativen verfolgt, entsteht eine unübersichtliche Landschaft von Insellösungen (“Schatten-IT”). Das führt in vielen Unternehmen zu Technologie-Chaos mit teilweise erheblichen negativen Folgen für die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der IT.

Wie lassen sich die verschiedenen Interessen von Fachabteilungen (Flexibilität) und Unternehmens-IT (Kontrolle) vereinbaren, sodass Digital Commerce so flexibel wie möglich und so kontrolliert wie nötig wachsen kann?

Technologie-Management dezentralisieren

Die Lösung: Die zentrale IT in Unternehmen muss sich das Technologie-Management für den Digital Commerce zu eigen machen, ohne notwendige Entwicklungen durch starre Regularien und Denkweisen auszubremsen. Die Herausforderung besteht darin, Fachabteilungen zu unterstützen, digitale Initiativen im Unternehmen zu begleiten und strategisch zu orchestrieren. Die interne Kommunikation zwischen IT und Fachabteilungen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Wie dies gelingt und worauf es dabei ankommt, zeigen wir im zweiten Teil unserer Artikel-Serie und in unserem Webinar für Digital Commerce Entscheider.

In diesem Beitrag geht es darum, wie E-Commerce-Systeme gedacht und entwickelt werden müssen, damit sie auf Dauer den sich rasch ändernden Anforderungen der Käufer gewachsen sind.

Was ist Headless Commerce?

Headless Commerce ist eine Entwicklung im E-Commerce, die den traditionellen Ansatz von monolithischen E-Commerce-Systemen hinter sich lässt. Stattdessen setzt sie auf eine Architektur, die aus modularen und funktionalen Bausteinen, den sogenannten Services, besteht. Diese innovative Herangehensweise ermöglicht eine flexible und skalierbare Struktur, die es Unternehmen erlaubt, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und schneller auf die sich wandelnden Anforderungen des Marktes zu reagieren.

Die Vorteile von Service orientierten Architekturen (SOA) haben wir in einem früheren Artikel vorgestellt. Im wesentlichen lassen sich SOA flexibler an neue Anforderungen anpassen als traditionelle Architekturen, in denen alle Funktionen in einer Applikation stecken.

Präsentations- und Applikationsebene

“Headless” steht für eine bestimmte Form von Service-Architektur, bei der das Nutzer-Frontend, beispielsweise die Shop-Oberfläche, fehlt. Headless-Systeme beinhalten also nur die Funktionen, die “unter der Haube” (Backend, auch Applikationsebene genannt) des Online-Verkaufs nötig sind.

Die Nutzeroberfläche (Frontend, auch Präsentationsebene genannt) wird je nach Bedarf des Händlers individuell entwickelt und angedockt. Die Kommunikation zwischen der Applikations- und der Präsentationsebene erfolgt über Schnittstellen (API).

Wenn beispielsweise ein Käufer im Shop auf den Button “Kaufen” klickt, dann sendet die Präsentationsebene eine Anfrage an die Applikationsebene. Diese bearbeitet die Bestellung dann. Bei einem traditionellen System “aus einem Guss” geschieht das Ganze innerhalb einer einzigen Applikation. Das ist der wesentliche Unterschied.

Wozu Headless Commerce?

Kurz gesagt, bietet die Trennung von Front- und Backend in Verbindung mit einer Service orientierten Architektur mehr Flexibilität. Insbesondere bei der Anpassung eines Systems an neue Anforderungen im Online-Verkauf. Dazu ein kurzes Beispiel…

Der digitale Verkaufsraum besteht bei vielen Händlern heute noch aus einem Online-Shop, in dem Produkte präsentiert, gesucht und gekauft werden können. Mit der zunehmenden Nutzung von mobilen Endgeräten hat sich der eCommerce bereits in Richtung mobile Endgeräte erweitert. Der Verkauf ist aber immer noch relativ linear auf einen Kanal beschränkt. Obwohl Kunden in einer Vielzahl von Kontaktpunkten (“Touchpoints”) kaufen würden – Stichwort: Omnichannel.

Auswahl neuer Touchpoints für den Online-Verkauf

Auswahl neuer Touchpoints für den Online-Verkauf

(Quelle: Whitepaper commercetools, lesenswert!)

Nicht jeder Verkaufskanal ist für jeden Händler interessant, entscheidend ist jedoch, was der Kunde wünscht. Der Trend geht dahin, dass auch dort gekauft wird, wo sich der Kunde gerade aufhält, ohne dass er erst den Online-Shop eines Händlers besuchen muss.

Wenn Ihre Kunden ab morgen ihre Käufe über Sprachassistenten wie Amazon Echo tätigen wollen, dann muss Ihr eCommerce darauf reagieren können. Auch auf die Vorliebe lieber mit Chatbots im Facebook Messenger als dem persönlichen Gespräch mit Ihrem Vertrieb muss beantwortet werden. Ein “Headless”-System könnte schnell und mit geringem Aufwand angepasst werden. Ein System klassischer monolithischer Bauart müsste unter Umständen zunächst grundlegend umgebaut werden.

Aufwand, um neue Touchpoints einzubinden

KLASSISCHE ARCHITEKTUR HEADLESS ARCHITEKTUR
Bestehenden Monolithen um passende Schnittstellen erweitern und neuen Touchpoint über diese anbinden Neuen Touchpoint über die vorhandenen Schnittstellen anbinden

Eine große Herausforderung für viele Händler besteht darin, zu erkennen, dass ihre aktuelle Lösung, bzw. ihr aktuelles System zu schwerfällig geworden ist, um es flexibel und wirtschaftlich an Veränderungen anpassen zu können. Jede einzelne Anpassung scheint auf den ersten Blick nicht ins Gewicht zu fallen. Die Problematik zeigt sich erst in der Summe der Aufwände über längere Zeit betrachtet.

Statt über eine grundlegende Neuorganisation ihrer Systemlandschaft nachzudenken, hangeln sich viele Händler von Anpassung zu Anpassung. Diese werden bei zunehmender Komplexität ihrer Systeme mit jedem Schritt aufwändiger. Es lohnt sich deshalb, von Zeit zu Zeit das gesamte Ökosystem kritisch auf den Prüfstand zu stellen.

Wie gelingt der Wechsel zu Headless Commerce?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt sowohl im Aufbau als auch im Umbau in einer inkrementellen Vorgehensweise. Dabei wird die bestehende Architektur schrittweise verändert, statt sie in einem großen Wurf umzubauen. Bei monolithischen Systemen, geht es darum, die Architektur zu entflechten und in eine Service-Architektur zu überführen. Dies ist meist bei “organisch” gewachsenen Shops der Fall.

Mehr zum Thema “Monolithische Systeme schrittweise entflechten” finden Sie in einem früheren Artikel in diesem Blog.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein “Shop-System”, das sich nur in bestimmten Grenzen an individuelle Anforderungen anpassen lässt, gegen eine flexiblere Lösung zu ersetzen. Eine Headless-Lösung, die wir bereits bei erfolgreichen Händlern implementiert haben, ist die eCommerce-Plattform von commercetools. Sie bietet sich besonders dann an, wenn es auf maximale Flexibilität durch 100% Service-Architektur (in diesem Fall in der Cloud) ankommt.

Quelle: commercetools

 

Trennung von Frontend- und Backend-Funktionalität bei commercetools

Grafik einer headless Architektur

Quelle: commercetools

Vorhandene Systemlandschaft auf den Prüfstand stellen

Wenn sich die Anzeichen dafür mehren, dass ein eCommerce-System zu starr geworden ist, dann ist es Zeit für eine kritischen Analyse. Dabei wird der Status im Lichte kurzfristiger und mittelfristiger Veränderungen bewertet. Lassen sich notwendige Anpassungen technisch und wirtschaftlich im Rahmen des bestehenden Systems durchführen? Oder sind umfassende Veränderungen notwendig?

Ein objektiver Blick von aussen hilft dabei, die Situation klarer und mit der nötigen Unvoreingenommenheit zu analysieren.

Serviceorientierte Architekturen (SOA) sind heute Standard in E‑Commerce-Systemen. Erfahren Sie hier, was hinter Microservices & Co. steckt und wie die Umstellung von monolithischen auf servicebasierte Systeme gelingt.

Online-Händler stehen vor der Herausforderung, dass sich die Rahmenbedingungen für ihr E‑Commerce laufend verändern. Kunden ändern ihr Kaufverhalten, neue Technologien setzen neue Standards im Wettbewerb um die Gunst der Käufer. Mit jeder neuen Anforderung an den E‑Commerce, vergrößert sich automatisch die Komplexität von Systemen, Prozessen und Daten beim Händler.

Die Grenzen monolithischer Systeme

Systeme aus einem Guss, sogenannte monolithische Systeme, stoßen schnell an Grenzen, weil sie sich ab einer bestimmten Komplexität oft nicht mehr ohne Weiteres flexibel anpassen lassen. Der Klassiker: Ein Standard-System wird punktuell oder über einen längeren Zeitraum so sehr auf die den individuellen Bedarf eines Händlers angepasst, dass am Ende das System aus 20 % Standard- und 80 % individuellem Software-Code besteht. Ein solches System lässt sich, wenn überhaupt, nur mit sehr hohem Aufwand erweitern. Versions-Updates können im Einzelfall viele Manntage kosten, ohne dass dadurch viel Funktionalität bzw. Mehrwert gewonnen wird.

Servicesorientierte Architekturen schaffen Abhilfe

Aus diesem Grund teilt man heute vor allem komplexe Systeme in einzelne Programme und Aufgaben in serviceorientierte Architekturen auf. Besonders große Unternehmen mit komplexen Softwaresystemen, die laufend weiterentwickelt werden, setzen auf Services. Bei sehr kleinem Funktionsumfang spricht man von Microservices.

“Der eCommerce-Riese Amazon stellt alle 11,7 Sekunden neuen Code online. Ohne Microservices wäre das nicht möglich.”
Dirk Hörig, CEO Commercetools

Die Idee hinter serviceorientierten Architekturen findet sich schon in der UNIX-Philosophie:

  • Ein Programm soll nur eine Aufgabe erfüllen,
  • Programme sollen zusammenarbeiten können und
  • sie sollen dafür Standard-Schnittstellen nutzen.

Serviceorientierte Architekturen ermöglichen ein hohes Maß an Flexibilität in der Entwicklung, denn kleine, bedarfsorientierte Services lassen sich jederzeit leicht ergänzen oder ersetzen, wenn neue Anforderungen aufkommen.

Lesetipp: Einen Überblick und Starthilfe für die Arbeit mit Microservices bietet das E-Book von Eberhard Wolf, dass man hier kostenlos herunterladen kann.

Monolith versus Serviceorientierter Architektur

MONOLITHISCHE ARCHITEKTUR SERVICE-ARCHITEKTUR
Anwendung eine einzige, integrierte Software-Instanz in modulare Komponenten zerlegt
Umgebung einzelner Server oder VM kann über Clouds und eigenes Rechenzentrum verteilt werden
Erweiterungen erfordern Redeployment der gesamten Anwendung erfordern nur die Aktualisierung der einzelnen Services
Hauptvorteil Einfache Installation und Deployment Entwicklung neuer Funktionen einfach und flexibel
Hauptnachteil Skalierbarkeit der Funktionen begrenzt Orchestrierung der Funktionen und Wartung aufwändig
Geeignet für Kleine und mittlere Shops überschaubarer Innovationsrate Ambitionierte E-Commerce-Plattformen, mit raschen Innovationszyklen und Wachstumsplänen

Es gibt keine allgemeingültige Liste der Vor- und Nachteile von Monolithen und Microservices, beide sind mit bestimmten Kompromissen verbunden. Deshalb analysieren wir bei eCube bei jedem Projekt sehr sorgfältig die Anforderungen, um im konkreten Fall die optimale Lösung für unsere Kunden finden zu können.

Monolithische Architektur versus Service-Architektur (Quelle: Commercetools)

Abbildung: Monolithische Architektur versus Service-Architektur (Quelle: Commercetools)

Monolithische Systeme schrittweise entflechten

In vielen unserer Projekte geht es darum, monolithische E‑Commerce-Systeme, die im Laufe der Jahre sehr komplex und dabei gleichzeitig zu unflexibel für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung geworden sind, zu entflechten.

Statt das gesamte System von Grund auf neu zu bauen (was in den meisten Fällen mit einem nicht verantwortbaren Risiko verbunden wäre), lösen wir schrittweise einzelne Funktionen aus dem Monolithen heraus. Diese werden dann durch Services ersetzen, die diese Funktionen übernehmen. Dabei folgen wir dem Prinzip der “Strangler Pattern”.

Prinzip der Strangler Pattern im E‑Commerce

Prinzip der Strangler Pattern im E‑Commerce

In diesem Beispiel wird im ersten Schritt das Preismanagement aus dem System in einen Service ausgelagert. Danach folgen schrittweise die übrigen Funktionen, sodass am Ende ein Netzwerk von Services steht, die miteinander kommunizieren. Wir nennen dies “Service Mashup”. In diesem Prozess bietet sich auch die Möglichkeit, einzelne Funktionen zu erneuern oder durch Standard-Services z.B. für die Produktsuche zu ersetzen.

Während beim monolithischen System in der Regel verschiedene Teams damit beschäftigt sind, mehr oder weniger trennscharf an “ihren” System-Bereichen zu arbeiten, können im Service Mashup die Zuständigkeiten entsprechend der Organisationsstruktur definiert werden. Im Idealfall wird jeder Service von einem dedizierten Team betreut. So ergibt sich die Möglichkeit, Systemstrukturen mit Organisations- oder Teamstrukturen gemäß Conways Law in Einklang zu bringen.

„Organisationen, die Systeme entwerfen, […] sind gezwungen, Entwürfe zu erstellen, die die Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen abbilden.“
Melvin E. Conway

Tipps für die Entwicklung serviceorientierter Architekturen

Der Umfang jedes einzelnen Services ist begrenzt. Das macht die Entwicklung, Wartung und Aktualisierung der Dienste einfacher als in monolithischen Systemen.

Andererseits wächst mit jedem neuen Service die Komplexität des Gesamtsystems. Bei eCube wägen wir deshalb in jedem Projekt genau ab, ob und an welchen Stellen eine Zerlegung nach Aufgaben bzw. Funktionen möglich, ohne dass der Aufwand den Nutzen übersteigt.

Damit auch kleinere aber ambitionierte Online-Shops ohne großes Entwicklungsteam von einer Service-Architektur profitieren können, sollte man bei der Planung und Entwicklung folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Infrastruktur auslagern

Systeme wie beispielsweise Kubernetes für die Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung von Services sollten so weit wie möglich ausgelagert werden, um die Komplexität der eigenen System-Landschaft nicht unnötig zu erhöhen. In Frage kommen hier Platform-as-a-Service-Angebote, die neben der Server-Infrastruktur auch das Betriebssystem beinhalten. Diese Komplettpakete sind zwar teurer, als das Hosting auf eigenen Servern, aber in der Gesamtbetrachtung eines Projektes oft kostengünstiger.

Fertige Services nutzen

Nicht alle Services müssen individuell entwickelt werden, vielmehr empfiehlt es sich, möglichst viele fertige Services wie z.B. den eCommerce-Service von commercetools, die Produktsuche von Factfinder und andere zu nutzen. Fertige Services lassen sich einfacher und zuverlässiger Updaten, da die Service-Anbieter ihre Schnittstellen und Funktionen in der Regel fortlaufend pflegen.

Lesetipp dazu:

 

Fazit: Händler sollten rechtzeitig handeln

Händler werden häufig erst dann aktiv, wenn sie mit ihren E‑Commerce-Systemen bereits an Grenzen stoßen. Etwa wenn Funktionen nur bedingt mit vertretbarem Aufwand ergänzt oder erweitert werden können. Dann muss schnell gehandelt werden und es bleibt oft zu wenig Zeit, die Situation gründlich zu analysieren und Optionen abzuwägen. Es lohnt sich deshalb, regelmäßig die eigene Systemlandschaft auf den Prüfstand zu stellen, um mögliche Engpässe für die Weiterentwicklung frühzeitig zu erkennen und darauf adäquat reagieren zu können.

Wir unterstützen Sie dabei, Ihr digitales Business konsequent auf Wachstum und Skalierbarkeit auszurichten. Dafür entwickeln wir für Sie digitale Ökosysteme auf Basis agiler Methoden und smarter Technologien. Hier geht es zu unseren Leistungen