Das Magazin von eCube bietet Fachwissen und Inspiration speziell für Commerce-Verantwortliche, die sich nicht an Technologie-Hypes orientieren wollen, sondern an dem, was ihr Business nachhaltig voranbringt. Hier gibt es einen Rückblick auf die Top-Themen des Jahres 2021.

Bei jedem Thema, das wir in unserem Magazin aufgreifen, geht es uns nicht in erster Linie darum, den neuesten Hype zu bejubeln – vielmehr wollen wir Ihnen aufzeigen, wie Sie die relevanten Trends aufgreifen und wertschöpfend für Ihr Unternehmen umsetzen. Agile Denk- und Arbeitsweisen ermöglichen es, sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren. So auch in unserem Magazin.

Die Top-Themen im eCube Magazin 2021:

  • Content Commerce: wertstiftende Inhalte als Treibstoff für den Verkauf
  • Digital Commerce Ecosystem: die Blaupause für adaptiven Commerce
  • Technische Frontend-Optimierung: “Perfect Storefront” setzt Maßstäbe
  • Personalisierung im Digital Commerce: der Hebel für bessere Verkaufszahlen
  • “Best of Breed” versus “Best Fit”: Mehrwert statt Technologie-Hype

Unser Angebot für Sie: Zu jedem dieser Themen stehen wir Ihnen sehr gerne mit kompetenter Beratung und von uns moderierten Strategie-Workshops zur Seite.  Alternativ stellen wir Ihnen auch ein “Professional Services” Team zusammen, welches Sie in der Lösung Ihrer Herausforderungen im eCommerce unterstützt.

Content Commerce: Wertstiftende Inhalte als Treibstoff für den Verkauf

Was ist Content Commerce? Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Analog zu “Content Marketing” beraten wir Sie bzgl. einer Strategie, Content Commerce als Unterstützung von Kaufprozessen mithilfe fachlich hochwertiger Inhalte (Fachartikel, Anleitungen, Datenblätter, Videos etc.) im gesamten Kaufprozess – von der Recherche bis zum Kaufabschluss, beeinflussen zu können.

Ziel des Content Commerce ist es, Käufern einen echten Mehrwert zu bieten, sie zu unterstützen und so gegenüber dem Wettbewerb zu punkten. Hochwertige Fachinhalte erweitern das Produktangebot und helfen, Kauferlebnisse zu schaffen, die Kunden als besonderen Service wahrnehmen.

Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, den passenden Content zur richtigen Zeit genau dort bereitzustellen, wo er gebraucht wird. Damit tun sich viele Unternehmen schwer.

Typische Fehler im Content Commerce

Content & Commerce in getrennten Welten: Marketing & Vertrieb arbeiten beim Thema Content Commerce kaum oder gar nicht zusammen. Content Commerce als einmaliges Projekt: Die Planung und Entwicklung von Content wird nicht als fortlaufender Prozess begriffen und betrieben. Content Commerce für das Anbieter-Ego: Die Inhalte orientieren sich nicht am Bedarf der Käufer, sondern folgen eher an eigenen (vertrieblichen) Interessen.
Content Commerce als one-way Kommunikation: Chancen, über Content mit Käufern ins Gespräch zu kommen und mehr über sie zu erfahren, bleiben ungenutzt. Content sich selbst überlassen: Content wird weder auf der eigenen Plattform noch darüber hinaus, in Suchmaschinen, Social Media etc, umfassend vermarktet. Content Commerce mit fremden Federn schmücken: Viele Unternehmen nutzen aus Mangel an Ressourcen fremde Inhalte und verletzen dabei Urheberrechte.
Content Commerce im fachlichen Blindflug: Content Commerce ohne zu wissen, was Käufer benötigen, um informierte Kaufentscheidungen zu treffen, ist wertlos. Content Commerce ohne Omnichannel-Strategie: Content-Distribution nach dem “One-fits-all”-Prinzip wird den spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Kanäle nicht gerecht. Content für Maschinen statt für Menschen: Google & Co. sind wichtig, um Inhalte im Netz zu verbreiten, primäre Zielgruppe sind jedoch (potenzielle) Käufer.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer fundierten Content-Strategie, die die Geschäftsziele fortlaufend in einen Plan für die Konzeption, Erstellung und Verbreitung von Inhalten im eCommerce übersetzt. Die Content-Strategie stellt sicher, dass Strukturen, Prozesse und Technologien für den Content Commerce optimal aufeinander abgestimmt sind.

Mehr zum Thema Content Commerce im eCube-Blog:

 


eCube unterstützt Sie gerne beim Aufbau und bei der Transformation Ihres Digital Commerce Ecosystems! Hier geht’s zu unseren Leistungen.

Mehr zum Thema Digital Commerce Ecosystems im eCube-Blog:

 

Technische Frontend-Optimierung: „Perfect Storefront“ setzt Maßstäbe

Online-Käufer sind anspruchsvoll. Das Schaufenster eines Shops sollte deshalb “perfekt” sein. Deshalb haben wir das Konzept der “Perfect Storefront” entwickelt, das Unternehmen dabei unterstützt, das “Frontend” ihres Online-Shops technisch fortlaufend zu optimieren.

Was steckt hinter “Perfect Storefront”?

Die “Storefront” – das digitale Schaufenster – umfasst alle Seiten eines Online-Shops, die zum Käufer gerichtet sind, also Kontaktpunkte auf der Kundenreise (Touchpoints) wie beispielsweise die Startseite, Produktdetailseiten, Produktlisten, Kategorieseiten und viele mehr. “Perfect Storefront” beschreibt das Ideal einer optimalen Verkaufsfläche, die den Kauf bestmöglich unterstützt.

Wichtig: Unser Konzept der “Perfect Storefront” soll nicht nur für optimale Kauferlebnisse im Online-Shop und damit für größeren Verkaufserfolg sorgen, sondern es legt auch die Basis für die erfolgreiche Vermarktung von Produkten und Inhalten über Suchmaschinen (SEO).

Headless Commerce für mehr Flexibilität in der Frontendoptimierung

So wie die Regeln für die Suchmaschinenoptimierung sind auch die Erwartungen und das Verhalten von Online-Käufern an den Online-Verkauf fortlaufend im Fluss. Deshalb muss ein Online-Shop heute sehr flexibel auf Veränderungen reagieren können, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nicht ohne Grund geht der Trend im Bereich der Digital-Commerce-Technologie weg von monolithischen Komplettsystemen, die alle Funktionen und Inhalte eines Online-Shops in einem Softwarekomplex vereinen. Die Zukunft gehört vielmehr modularen Systemen, die sich aus einer Vielzahl von funktionalen Einheiten (Services) zusammensetzen und flexibel an neue Anforderungen anpassen lassen. Die Basis dafür bilden serviceorientierte Architekturen (SOA).

“Headless-Commerce”-Plattformen gehen einen Schritt weiter und entkoppeln die Präsentationsschicht (Frontend – was der Kunde “sieht”) von der Funktions- und Datenschicht (Backend – was im Hintergrund geschieht). Das hat vor allem den Vorteil, dass Anpassungen und Erweiterungen im Rahmen einer technischen Frontendoptimierung ohne Auswirkungen auf das Backend eines Shops möglich sind, die in ihrem Ausmaß und Risiko schwer kalkulierbar sind.

Mehr zum Thema technische Frontend-Optimierung im eCube Magazin:

 

Personalisierung im Digital Commerce: Der Hebel für bessere Verkaufszahlen

Die Personalisierung von Shop-Inhalten und -Funktionen ist ein Top Trend im Digital Commerce. Personalisierte Kauferfahrungen schaffen wertvolle Wettbewerbsvorteile in gesättigten Märkten. Wir geben einen Überblick über Anwendungen und Prinzipien.

Wie wir Personalisierung im B2B E-Commerce verstehen:

“Daten, Inhalte und Technologien systematisch einsetzen, um Kauferlebnisse zu schaffen, die sich dynamisch an Bedarf und Verhalten des einzelnen Käufers ausrichten – und zwar an allen Touchpoints entlang des gesamten Kaufprozesses (onsite/offsite).”

Ein solch systematischer Ansatz bedeutet nicht, dass Personalisierung eine riesige Inititative sein muss, die viel Zeit und Ressourcen kostet. Unter systematisch verstehen wir eher einen iterativen Prozess, Personalisierung schrittweise aufzubauen, angefangen bei ausgewählten Ansätzen, die eine möglichst große Wertschöpfung bei geringem Aufwand und Risiko erreichen.

Beispiele für Personalisierung von Content & Funktionen in einem B2B Online-Shop (onsite)

Entscheidend für erfolgreiche Personalisierung im B2B-E-Commerce ist eine Daten- und Technologiestrategie, die sich systematisch an Ihren Zielen (und Möglichkeiten) orientiert.

Mehr zum Thema Personalisierung im eCube-Blog:

“Best of Breed“ versus „Best Fit“: Mehrwert statt Technologie-Hype

Best of Breed – das Kombinieren von bestmöglichen IT-Lösungen für bestimmte Geschäftszwecke – erlebt in Zeiten von Headless und Composable Commerce eine Renaissance. Falsch verstanden führt dieser Ansatz jedoch häufig zu falschen Prämissen in der Technologie-Strategie. Hier kommt unser “Best-Fit”-Ansatz ins Spiel.

Best of Breed ist nicht neu – die Idee, die “besten” IT-Lösungen für einzelne Geschäftszwecke und strategische Ziele in Unternehmen zu kombinieren, existiert vermutlich schon solange sich Systeme und Software-Komponenten über Schnittstellen vernetzen lassen. Diskussionsbedarf besteht in der Fachwelt bei der Frage, was “Best” in Best of Breed genau meint: Eine Lösung, die im Markt als die beste gilt? Oder eine Lösung, die unabhängig davon, am besten geeignet ist, ein spezifisches Problem in einem Unternehmen zu lösen? Dementsprechend kursieren hier zwei Interpretationsansätze.

Wichtig: Die Lösung, die als Best of Breed im Markt gilt, ist nicht per se die beste Lösung, um spezifische Probleme im Unternehmen zu lösen oder strategische Ziele zu erreichen.

Best Fit: Fokus auf individuelle Problemstellung & Wertschöpfung

Um Fehlinterpretationen und Fehlentscheidungen zu vermeiden, unterstützen wir Digital-Commerce-Verantwortliche dabei, die Frage nach der besten Lösung für einen bestimmten Geschäftszweck nicht vom Markt her (Best of Breed), sondern aus Sicht des eigenen Unternehmens (Best Fit) zu beantworten.

Wie ermittelt man den Best Fit? – kurze Checkliste

  • Keine Lösung, ohne das Problem verstanden zu haben. Das Ziel: Problem primär innerhalb des Problembereichs “lösen”, nicht innerhalb des Lösungsbereichs.
  • Verschiedene Lösungsvorschläge berücksichtigen. Analyse und Suche nicht voreilig auf eigene Favoriten oder “Vorgaben” der Wettbewerber beschränken.
  • Lösungskandidaten in die engere Wahl nehmen und prüfen. Verfügbare Informationen kritisch studieren und verstehen.
  • Hintergründe und Motivation hinter einer Lösung verstehen, z.B. den historischen Kontext, in dem die in Frage kommende Lösung entworfen und entwickelt wurde.
  • Vorteile und Nachteile kritisch abwägen, z.B. im Kontext der Frage, welche Intitiative zurückgestellt würden, um die priorisierte Lösung zu realisieren?
  • Favorisierte Lösung kritisch reflektieren. Nüchtern und objektiv darüber nachdenken, wie gut diese Lösung zum konkreten Problem passt.

Mehr dazu in dem sehr lesenswerten Artikel “You Are Not Google” von Oz Nova, Gründer der Bradfield School of Computer Science.

Fazit: Erst wenn absolute Klarheit über die Problemstellung und mögliche Lösungsoptionen besteht, kann eine valide Entscheidung für eine Technologie getroffen werden, denn Best Fit definiert sich nicht danach, was objektiv im Markt als “das Beste” gilt, sondern was im Einzelfall das Beste für das Unternehmen ist.

Mehr zum Thema “Best Fit” im eCube Magazin:

 

Best of Breed – das Kombinieren von bestmöglichen IT-Lösungen für bestimmte Geschäftszwecke – erlebt in Zeiten von Headless und Composable Commerce eine Renaissance. Falsch verstanden führt dieser Ansatz jedoch häufig zu falschen Prämissen in der Technologie-Strategie.

Best of Breed ist nicht neu – die Idee, die “besten” IT-Lösungen für einzelne Geschäftszwecke und strategische Ziele in Unternehmen zu kombinieren, existiert vermutlich schon solange sich Systeme und Software-Komponenten über Schnittstellen vernetzen lassen. Diskussionsbedarf besteht in der Fachwelt bei der Frage, was “Best” in Best of Breed genau meint: Eine Lösung, die im Markt als die beste gilt? Oder eine Lösung, die unabhängig davon, am besten geeignet ist, ein spezifisches Problem in einem Unternehmen zu lösen? Dementsprechend kursieren hier zwei Interpretationsansätze.

Für die einen bestimmt der Markt, welche Plattformen, Systeme, Services oder Tools als “Best of Breed” gelten. Für die anderen, zu denen wir uns bei eCube zählen, orientiert sich Best of Breed nicht an der Meinung des Marktes, sondern allein daran, was aus Sicht eines Unternehmens für seine individuelle Problemstellung die beste Lösung ist. Um hier Klarheit zu schaffen und den Fokus auf die individuellen Kriterien bei der Evaluation möglicher Technologie-Lösungen zu betonen, sprechen wir bei eCube im Unterschied zu Best of Breed (aus Marktsicht) von Best-Fit-Lösungen (aus Unternehmenssicht).

Was bedeutet “Best of Breed” im Digital Commerce?

Best of Breed erlebt in Zeiten von Headless und Composable Commerce eine Renaissance. Beide Konzepte stehen für modulare Ökosysteme, die sich auf Basis serviceorientierter Architekturen (SOA) an den individuellen Anforderungen des digitalen Verkaufs orientieren. Statt fest in einer All-in-one-(Komplett-)Lösung verankert zu sein, werden beispielsweise die Funktionen eines Online-Shops modular in Form von (Micro-)Services zusammengesetzt und über Schnittstellen (API) vernetzt.

“Best of Breed” bedeutet in diesem Zusammenhang weniger, komplette Systeme – ERP, CRM, CMS, E-Commerce, etc. – zu verknüpfen, sondern funktionale Services intelligent zu orchestrieren, um bestmögliche (modulare) Lösungen für bestimmte Geschäftszwecke zu erreichen. Die Herausforderung besteht darin, die besten Services zu identifizieren (oder zu entwickeln), die sich mit geringem Aufwand und Risiko integrieren lassen und schnell den größtmöglichen Mehrwert für das Unternehmen schaffen.

Was bedeutet “Best of Breed” nicht?

Die Lösung, die als Best of Breed im Markt gilt, ist nicht per se die beste Lösung, um spezifische Probleme im Unternehmen zu lösen oder strategische Ziele zu erreichen. Ein Blick in den “Gartner Magic Quadrant” der Unternehmensberatung Gartner, die regelmäßig die “besten” IT-Lösungen am Markt nach verschiedenen Kriterien evaluiert, hilft nur bedingt, die beste Lösung für den Einzelfall zu finden. Solche Rankings können allenfalls eine grobe Orientierung zu Trends geben, ersetzen jedoch nicht die systematische Evaluation möglicher Lösungen auf Basis einer fundierten Analyse der Problemstellung.

Grundsätzlich sollten sich Entscheider bei der Suche nach Lösungen für ihren Digital Commerce nicht an Technologien orientieren, die beim Wettbewerb oder bei großen Unternehmen gerade en vogue sind. Künstliche Intelligenz nützt wenig, wenn sie zwar hilft, das Verhalten von Shop-Besuchern besser zu verstehen und das Angebot zu personalisieren, wenn die wirklich drängenden Probleme ganz woanders, beispielsweise im Bestellprozess, liegen. In diesem Fall ist KI eher “nice to have” statt ein Werttreiber.

Lesenswert dazu: You Are Not Google – “We like to think that we’re hyper-rational, but when we have to choose a technology, we end up in a kind of frenzy.”

Best Fit: Fokus auf individuelle Problemstellung & Wertschöpfung

Um Fehlinterpretationen und Fehlentscheidungen zu vermeiden, unterstützen wir Digital-Commerce-Verantwortliche dabei, die Frage nach der besten Lösung für einen bestimmten Geschäftszweck nicht vom Markt her (Best of Breed), sondern aus Sicht des eigenen Unternehmens (Best Fit) zu beantworten. Dazu ist es zwingend notwendig, die konkrete Problemstellung, bzw. Zielsetzung in allen Facetten zu verstehen. Erst dann kann mit der Suche nach passenden Technologien (Services, Plattformen) begonnen oder gegebenenfalls die Entwicklung eigener Lösungen in Betracht gezogen werden.

Die klare Fokussierung auf den Best Fit (für das eigene Unternehmen) hilft, Projekte und Vorhaben sinnvoll zu priorisieren und Investitionen in nicht notwendige Technologien – Technologie-Overload – zu vermeiden. Das bedutet nicht, dass die oben erwähnte KI-gestützte Personalisierung komplett von der Technologie-Agenda gestrichen werden muss. Sie wird gegebenenfalls in die Zukunft verschoben, um Ressourcen für “relevantere” Maßnahmen einzusetzen, die heute einen größeren Mehrwert für den Digital Commerce schaffen. Ein solche dynamische Priorisierung ist ein Grundprinzip agiler Entwicklung.

Den “Best fit” ermitteln – kurze Checkliste

Oz Nova, Gründer der Bradfield School of Computer Science, appeliert in seinem sehr lesenswerten Artikel “You Are Not Google” an Unternehmen, sich bei der Auswahl neuer Technologien nicht von Lösungen leiten zu lassen, die auf den ersten Blick vermeintlich nützlich erscheinen (etwa, weil sie von Tech-Konzernen eingesetzt wird), sondern den eigenen spezifischen Bedarf zugrunde zu legen. Denn nur so ließen sich Lösungen finden, die den größtmöglichen Mehrwert für ein Unternehmen schaffen.

Für die systematische Bedarfsanalyse und Lösungssuche liefert Oz Nova eine einfache Anleitung:

  • Keine Lösung, ohne das Problem verstanden zu haben. Das Ziel: Problem primär innerhalb des Problembereichs “lösen”, nicht innerhalb des Lösungsbereichs.
  • Verschiedene Lösungsvorschläge berücksichtigen. Analyse und Suche nicht voreilig auf eigene Favoriten oder “Vorgaben” der Wettbewerber beschränken.
  • Lösungskandidaten in die engere Wahl nehmen und prüfen. Verfügbare Informationen kritisch studieren und verstehen.
  • Hintergründe und Motivation hinter einer Lösung verstehen, z.B. den historischen Kontext, in dem die in Frage kommende Lösung entworfen und entwickelt wurde.
  • Vorteile und Nachteile kritisch abwägen, z.B. im Kontext der Frage, welche Intitiative zurückgestellt würden, um die priorisierte Lösung zu realisieren?
  • Favorisierte Lösung kritisch reflektieren. Nüchtern und objektiv darüber nachdenken, wie gut diese Lösung zum konkreten Problem passt.

Erst wenn absolute Klarheit über die Problemstellung und mögliche Lösungsoptionen besteht, kann eine valide Entscheidung für eine Technologie getroffen werden, denn Best Fit definiert sich nicht danach, was objektiv im Markt als “das Beste” gilt, sondern was im Einzelfall das Beste für das Unternehmen ist.

Sie sind an diesem Thema interessiert und haben noch Fragen oder wollen tiefer in die Thematik einsteigen? Dann verpassen Sie nicht unser Webinar am 13.10.21 um 12.30 Uhr

Digitale Geschäftsmodelle brauchen Ökosysteme aus Technologien, Daten und Fähigkeiten, die sich jederzeit flexibel an neue Anforderungen des adaptive Commerce anpassen können. Erfahren Sie hier, welche Weichen Sie heute stellen müssen.

Martec’s Gesetz besagt, dass sich Technologien exponentiell weiterentwickeln, während sich Unternehmen nur linear verändern (können). Gleiches gilt auch für den E-Commerce, denn auch die technischen Möglichkeiten des digitales Verkaufs entwickeln sich in hohem Tempo weiter.

Wo heute noch der Handel in Online-Shops und Beschaffungsplattformen stattfindet, verkaufen wir morgen schon über Kanäle, die wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben – in virtuellen Realitäten, im Internet der Dinge oder sonstwo.

Aus E-Commerce wird “Adaptive” Commerce, der sich laufend weiterentwickelt und anpasst.

Was bedeutet das für digitale Ökosysteme in Unternehmen?

Unternehmen müssen ihr digitales Geschäft neu denken:

  • Weg vom E-Commerce als einmaliges “Projekt”, das nebenbei miterledigt wird, hin zum Digital Commerce als zentraler Teil der Vertriebsstrategie.
  • Weg von fertigen Systemen, die alle nötigen Funktionen abdecken, hin zu flexiblen Systemen, die sich einfach an neue Anforderungen anpassen lassen.
  • Weg vom Fokus auf Technologie als Treiber von Digitalisierung, hin zu einer konsequenten Orientierung an Wertschöpfung für das Unternehmen.
  • Weg von Datensilos im Unternehmen, hin zu integriertem Datenmanagement, das Kunden- und Produktdaten zu einem Treibstoff für den Verkauf verknüpft.
  • Weg von Kompetenz- und Zuständigkeitsinseln, hin zu interdisziplinäre Teams, die Digitalisierung integriert und strategisch vorantreiben.

Kurz: Unternehmen müssen ihren Digitale Commerce endlich ernst nehmen und strategisch wie ein vollwertiges Profitcenter betreiben!

Erster Schritt: Die strategischen Bedingungen im Unternehmen dafür schaffen, dass das digitale Geschäft erfolgreich und vor allem nachhaltig wachsen kann. Dazu braucht es ein Ökosystem aus Technologien, Daten, Strukturen und Fähigkeiten, dass sich dynamisch weiterentwickelt. Wir nennen dies “Digital Commerce Ecosystem”.

eCube unterstützt Unternehmen dabei, ihr Digital Commerce Ecosystem strategisch und technologisch aufzubauen bzw. erfolgreich zu transformieren, um es fit für zukünftige Herausforderungen im Digital Commerce zu machen. Hier geht’s zu unseren Strategie-Workshops

Was ist ein Digital Commerce Ecosystem?

Unter Digital Commerce Ecosystem verstehen wir eine dynamische Landschaft aus Technologien, Daten, Strukturen und Fähigkeiten als Antwort auf die Schnelllebigkeit digitaler Geschäftsmodelle. Unternehmen, die über ein Digital Commerce Ecosystem verfügen, sind in der Lage, schneller zu lernen und flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren. Ein Digital Commerce Ecosystem ist deshalb weit mehr als ein IT-System.

Die 3 Grundprinzipien von Digital Commerce Ecosystems

Auch wenn Technologie eine wichtige Rolle spielt, so geht es beim Aufbau eines Digital Commerce Ecosystems vor allem darum, Ressourcen (Teams, Fähigkeiten) aufzubauen und  flexible Strukturen (Organisation, Technologien) im Unternehmen zu schaffen, die notwendig sind, damit das digitale Geschäft nachhaltig wachsen kann. Hier spiegeln sich einige zentrale Grundprinzipien agiler Organisationen wider.

Lesenswert dazu: The five trademarks of agile organizations (mckinsey.com)

1. Fokus auf Wertschöpfung

Agile Unternehmen orientieren sich strategisch nicht an dem, was (technisch) möglich ist, sondern an dem, was mit möglichst geringem Aufwand maximalen Mehrwert für das Unternehmen schafft. Dieses agile Prinzip gilt in Digital Commerce Ecosystems für alle Initiativen, egal ob man damit beginnt, Unternehmensbereiche und -funktionen zu digitalisieren oder den Digital Commerce weiterentwickelt.

Agiles Denken und Handeln orientiert sich immer an Wertschöpfungsketten, nicht an einzelnen Funktionen oder Technologien.

In der Praxis fallen leider zu viele Entscheidungen in Unternehmen auf Basis von einseitigen Annahmen (“das könnte etwas für uns sein”) oder Technologie-Hypes (“das muss man haben”). Das ist nicht neu, wie dieser IBM-Werbespot von 1998 zeigt.

Wir müssen ins Internet? – Wieso? Steht nicht da…“ – Dies zeigt, was passiert, wenn ein konsequenter Fokus auf Wertschöpfung in der IT-Strategie fehlt. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, vor allem weitreichende Technologie-Entscheidungen immer kritisch zu hinterfragen “was bringt es uns?”

2. Agile Prinzipien bei der Planung und Umsetzung

Auch die Entwicklung von Technologien und Infrastrukturen für den Digital Commerce sollte sich nicht an dem orientieren, was technisch machbar oder gerade “in” ist, sondern an dem, was unternehmerisch sinnvoll ist. Dementsprechend werden in agilen Technologie-Projekten solche Features einer Wertschöpfungskette priorisiert und vorrangig umgesetzt, die den größten Mehrwert bei geringstem Aufwand und Risiko versprechen – die sogenannten “Low hanging fruits”.

Dazu ein Beispiel: Zu Beginn der Zusammenarbeit mit einem unserer Kunden, legte uns dieser einen umfangreichen Anforderungskatalog für die Neuentwicklung einer B2B-Beschaffungsplattform für technische Produkte vor. Darin waren nahezu alle Funktionen zusammengestellt, die sich heute technisch realisieren lassen.

Die kritische Prüfung des Anforderungskatalogs anhand der Frage “Welche Komponenten sind notwendig, um schnell und gezielt in den digitalen Verkauf einzusteigen?” ließ den Umfang schnell auf das Wesentliche schrumpfen. In Strategie-Workshops mit dem Kunden konnten wir die wirklich relevanten Anforderungen identifizieren und so gezielter (und damit effizienter) mit der Umsetzung beginnen.

Wichtig: Agile Entwicklung zielt darauf ab, schnell und gezielt zu starten. “Time to market” ist wichtiger als das “perfekte” Produkt, wenn es darum geht, Feedback von Kunden zu bekommen, um das Produkt passend zum Bedarf weiterzuentwickeln. Deshalb folgen wir bei eCube dem Prinzip des “Minimum Viable Product”.

Lesenswert dazu: A Minimum Viable Product Is Not a Product, It’s a Process

3. Modulare (adaptive) Architektur

Versteht man Ökosysteme für den Digital Commerce als kontinuierlichen Prozess und nicht als Produkt oder Projekt, dann muss die Technologie-Architektur insgesamt so flexibel anpassbar und erweiterbar sein, dass sie Wachstums- und Veränderungsprozesse im Unternehmen unterstützt. Modulare Architekturen, etwa auf Basis von Micoservices bzw. SOA, sind hier deutlich flexibler als monolithische Architekturen wie sie in Komplettsystemen für den E-Commerce zu finden sind.

Wie wichtig die flexible Anpassbarkeit digitaler Ökosysteme ist, zeigt der Omnichannel-Vertrieb, wo schon heute der Verkauf nicht nur in einem Kanal, sondern über verschiedene Kanäle (Online-Shop, Marktplätze, soziale Plattformen, Apps, Suchmaschinen etc.) stattfindet. Laufend kommen neue Verkaufskanäle hinzu. Die Technologie-Strategie für den Omnichannel-Verkauf muss auf maximale Flexibilität und Anpassbarkeit ausgerichtet sein. Modulare Architekturen sind ein Teil davon.


Beispiel für eine modulare “headless” Architektur, bei der Frontend und Backend strukturell getrennt sind. Der Datenaustausch erfolgt über API.

Wichtig: Mit der Transformation von monolithischen hin zu modularen Architekturen, müssen sich auch Zuständigkeiten und Kompetenzen im Unternehmen neu organisieren. An die Stelle großer spezialisierter Teams, die für große Funktionsbereiche oder ganze Systeme zuständig waren, treten kleine interdisziplinäre Teams, die sich um “ihre” Services und Schnittstellen kümmern.

Lesenswert dazu: Monolithische Shopsysteme – neu bauen oder schrittweise transformieren?

Die 3 Dimensionen von Digital Commerce Ecosystems

Digital Commerce Ecosystems sind mehr als IT-Systeme. Neben einer modularen Technologie-Architektur braucht es vor allem Kompetenzen und Fähigkeiten im Unternehmen, um digitale Geschäftsmodelle strategisch zu planen und umzusetzen. Zudem spielen Daten (Kunden- und Produktdaten, Content) eine zentrale Rolle, um Menschen und Systeme mit der notwendigen Business-Intelligenz auszustatten.

Fähigkeiten Daten Technologien
• Lernende (datengetriebene) Organisation • Interdisziplinäre Teams aus Vertrieb, Marketing, IT, GF etc • Verknüpfung von Produkt-, Kundendaten und Content • Integriertes Daten-Management • Systematische Datenkonsolidierung und Qualitätssicherung • Modulare Architekturen • API-First-Technologie • Automatisierung von Prozessen und Workflows

Wichtig: Um Fähigkeiten, Daten und Technologien sinnvoll und flexibel integrieren zu können, müssen gegebenenfalls vorhandene Zuständigkeits- und Datensilos im Unternehmen aufgebrochen und durch flexiblere (agile) Strukturen ersetzt werden.

Lesenswert dazu: How to build a kick-ass agile team

Fazit

Technologie alleine macht keinen erfolgreichen Digital Commerce. Damit digitale Geschäftsmodelle im Sinne eines “adaptive” Commerce mit neuen Anforderungen und Chancen wachsen können, braucht es agile Strukturen im Unternehmen. Fähigkeiten, Daten und Technologien müssen sinnvoll in Digital Commerce Ecosystems integriert werden, um schrittweise die Basis für nachhaltigen Erfolg und Wachstum zu schaffen.

eCube unterstützt Sie gerne beim Aufbau und bei der Transformation Ihres Digital Commerce Ecosystems! Hier geht’s zu unseren Leistungen.

Digital Commerce braucht Strukturen, Prozesse und Technologien, die mit Ihrem Business wachsen und flexibel angepasst werden können. Das Denken in fertigen Lösungen und Systemen führt in vielen Unternehmen dazu, dass Digitalisierung der Technologie folgt, statt sich konsequent an Unternehmenszielen zu orientieren.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener, wie Unternehmen ihre Technologie-Strategie konsequent auf nachhaltiges Wachstum ausrichten. Dabei erläutern Sie die Vor- und Nachteile monolithischer versus modularer Systeme.

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir gezeigt, warum “traditionelles” IT-Management auch im Digital Commerce zu Schatten-IT führt. Teil 2 baut darauf auf und erläutert wie Unternehmen (insbesondere IT) durch eine Dezentralisierung des Technologie-Managements die Kontrolle über Strukturen und Systeme zurückgewinnen, ohne Innovation zu bremsen.

Digital Commerce, der langfristig erfolgreich sein will, muss strategisch auf Wachstum und Weiterentwicklung ausgerichtet sein. Das gilt sowohl für die Organisation als auch für Technologien. In der Praxis orientieren sich Technologie-Landschaften an den Kommunikationsstrukturen in Unternehmen. Das hat der US-amerikanische Informatiker Melvin Edward Conway erkannt und wie folgt beschrieben.

Conway’s Law: Systeme sind ein Abbild der Organisation

„Organisationen, die Systeme entwerfen, […] sind gezwungen, Entwürfe zu erstellen, die die Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen abbilden.“
Melvin E. Conway

Monolithische versus modulare Systeme

Große zusammenhängende Teams oder Abteilungen in Unternehmen schaffen ebenso zusammenhängende (monolithische) Systeme. Kleine verteilte Teams schaffen dagegen Systeme mit modularer Architektur (Service-basierte Systeme). Die Flexibilität in der Teamstruktur findet sich automatisch auch in der Systemarchitektur.
Quelle: Sketchplanations

Die Folge: Unternehmen, in denen der digitale Verkauf von großen interdisziplinären Teams gesteuert wird, sehen sich über kurz oder lang mit monolithischen Software-Architekturen konfrontiert. Diese sind organisch gewachsen und wegen ihrer zunehmenden Komplexität immer starrer geworden. Anpassungen wie z.B. die Ergänzung neuer Funktionen oder Anbindung weiterer Systeme ist dann mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Vorteile modularer versus monolithischer Systeme

Modulare Architekturen, die von kleinen verteilten Teams gemanaged werden, sind dagegen deutlich flexibler. Sie können jederzeit an neue Anforderungen angepasst werden. Nicht ohne Grund stehen die Zeichen der Zeit im Digital Commerce auf modulare Architekturen in Form von Service-basierten Systemen. Sie bieten den Unternehmen langfristig maximale Freiheiten bieten. Damit Technologien langfristig modular und damit flexibel bleiben (und nicht gemäß Conways Gesetzt monolithisch werden) müssen auf Organisationsebene ggf. große Teams in kleine verteilte Teams umgewandelt und Zuständigkeiten gesplittet werden.

Digital Commerce bewegt sich schnell. Die Herausforderung für Unternehmen liegt darin, technologisch am Ball zu bleiben und jederzeit flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. In der Praxis  scheitert das leider oft an starren Strukturen und Denkweisen: “Das haben wir noch nie so gemacht”.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener von eCube, wie Unternehmen die notwendigen Voraussetzungen für agile Digitalisierung schaffen und sich nachhaltig fit für den Online-Verkauf machen.

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir gezeigt, dass Digital Commerce zu einer Schatten-IT bzw. IT-Wildwuchs in Unternehmen führen kann, wenn das “traditionelle” Technologie-Management bzw. die zentrale Unternehmens-IT Digitalisierungsinitiativen durch starre Regularien und Denke eher bremsen als unterstützen.

Im Extremfall wird die IT nicht als Partner sondern als Gegner von Innovation wahrgenommen. Fachabteilungen vermeiden dementsprechend eine Einbindung der IT in Digital Commerce Projekte (oder binden sie nur am Rand ein). Kernkompetenzen (und Ressourcen) der IT bleiben ungenutzt und werden in den Fachabteilungen (redundant) aufgebaut. Statt Synergien zu nutzen, entsteht ein “Overhead” an digitalen Kompetenzen und Infrastruktur. Die Kommunikation zwischen IT und Fachbereichen ist eingeschränkt oder findet gar nicht statt.

Die Folge: Reibung und Kosten, die vermieden werden könnten, wenn Fachbereiche und Unternehmens-IT den Digital Commerce gemeinsam voranbringen würden.

Zentrale IT als Partner positionieren

Die Herausforderung für die IT in Unternehmen besteht darin, die Hoheit über das Technologie-Management im Unternehmen zurückzugewinnen. Ohne die Macht an sich zu reißen und Initiativen in den Fachabteilungen durch starre IT-Regularien und Denkweisen zu hemmen. Es gilt, die IT wieder als Partner und Korrektiv (nicht Hemmschuh!) für Digitalisierung zu positionieren.

Dazu müssen Aufgaben und Infrastruktur für den Digital Commerce, die von Fachabteilungen an externe Berater und Dienstleister ausgesourced wurden, nicht zwingend ins Unternehmen “zurückgeholt” werden. Es genügt, vorhandene Insellösungen und -initiativen in ein dezentrales Technologie-Management mit zentraler Steuerung zu integrieren. Die IT selbst muss neu gedacht werden: weg vom zentralen hin zu einem dezentralen Technologie-Management mit einem agilen Organisationsdesign.

Agiles Organisationsdesign: Shamrock-IT

Analog zum Modell der “Shamrock” Organisation von Charles Handy lässt sich eine flexible und auf agile Veränderung ausgerichtete Unternehmens-IT in drei Bereiche gliedern: ein zentrales IT-Management mit “klassischen” Kernkompetenzen und Zuständigkeiten, daneben Fachbereichs-IT für die spezifischen Anforderungen des Digital Commerce und angrenzender Unternehmensbereiche sowie externe Mitarbeiter und Dienstleister, die nach Bedarf eingebunden und skaliert werden können.

Ziel der Shamrock-Organisation ist es, auf kurzfristige Veränderungen und neue Anforderungen in dynamischen Märkten möglich schnell und flexibel reagieren zu können. Gleichzeitig soll ein notwendiges Maß an zentraler Steuerung und Kontrolle des Technologie-Managements sichergestellt werden.

Vom Control-Tower alles im Blick

Ziel eines dezentralisierten Technologie-Managements ist es, den am Digital Commerce beteiligten Fachabteilungen in Technologie-Fragen soviel Autonomie wie nötig zu gewähren, um den Online-Verkauf strategisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig soll die zentrale Unternehmens-IT (wieder) so weit wie nötig in strategische Entscheidungen eingebunden werden. Damit wird sichergestellt, dass deren Kompetenzen und Ressourcen optimal genutzt und der Austausch zwischen IT und Fachabteilungen auf eine nachhaltige Basis gestellt wird.

In der Praxis empfiehlt es sich, ein Gremium für die strategische Weiterentwicklung der Technologie-Landschaft im Unternehmen zu bilden, in dem Vertreter aus zentraler IT, Fachabteilungen und ggf. Management gemeinsam Planung- und Kontrollfunktionen übernehmen. Da es hier im wesentlichen darum geht, Kontrolle über Digital Commerce Technologie zu sichern, nennen wir diese Gremium “Control-Tower”.

Wie dies gelingt und welche Rolle eine agile Technologie-Landschaft (Digital Commerce Ecosystem) dabei spielt, zeigen wir im dritten Teil unserer Artikel-Serie und in unserem Webinar für Digital Commerce Entscheider.

Digital Commerce entwickelt sich in atemberaubendem Tempo, ebenso die Technologie für das Online-Geschäft. Unternehmen müssen neue Technologie flexibel adaptieren können, wenn sie von Innovationen profitieren wollen. In der Praxis scheitert dies oft an starren Strukturen und überkommenen Denkweisen im Unternehmen, die die Digitalisierung des Vertriebs bremsen.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener von eCube, wie Unternehmen die notwendigen Voraussetzungen für (agile) Veränderung schaffen und sich fit für das Online-Business machen. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Digital Commerce schneller als die IT erlaubt?

Digital Commerce ist längst mehr als nur der Verkauf von Waren über einen Online-Shop. Die Zeichen der Zeit stehen auf Omnichannel-Vertrieb. Das Geschäft findet dort statt, wo der Kunde einkaufen will: auf digitalen Marktplätzen, sozialen Plattformen, im Internet der Dinge oder im B2B direkt im ERP. Damit verändern sich laufend auch die technologischen Anforderungen an den digitalen Verkauf, auf die Anbieter jederzeit flexibel reagieren können müssen.

Quelle: chiefmartec.com

 

Das Problem: In der Praxis ist der Digital Commerce oft schneller als es das “traditionelle” Technologie-Management bzw. die zentrale Unternehmens-IT beim Anbieter erlaubt. Dadurch geht die Schere zwischen dem, was technologisch möglich, und dem, was sich in einem Unternehmen realisieren lässt immer weiter auseinander.

Martec’s Law: Technologie wächst exponentiell, Organisationen ändern sich logarithmisch

„Schatten-IT“ als Antwort auf mangelnde Flexibilität?

Fachabteilungen (Vertrieb, Marketing, Einkauf, Fulfillment etc.) müssen auf neue Anforderungen und Chancen des digitalen Vertriebs schnell und flexibel reagieren können.  Die zentrale Unternehmens-IT ist hier ein wichtiger Partner in Technologie-Fragen, der jedoch in der Praxis nicht selten durch starre Regularien und Denke eher bremst als unterstützt. Das gilt vor allem dann, wenn agile Denkweisen und Methoden fehlen.

Die Folge: Fachabteilungen behelfen sich selbst und sourcen Technologien für den Digital Commerce  in Eigenregie an externe Dienstleister aus. Da jede Fachabteilung eigene Ziele und Initiativen verfolgt, entsteht eine unübersichtliche Landschaft von Insellösungen (“Schatten-IT”). Das führt in vielen Unternehmen zu Technologie-Chaos mit teilweise erheblichen negativen Folgen für die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der IT.

Wie lassen sich die verschiedenen Interessen von Fachabteilungen (Flexibilität) und Unternehmens-IT (Kontrolle) vereinbaren, sodass Digital Commerce so flexibel wie möglich und so kontrolliert wie nötig wachsen kann?

Technologie-Management dezentralisieren

Die Lösung: Die zentrale IT in Unternehmen muss sich das Technologie-Management für den Digital Commerce zu eigen machen, ohne notwendige Entwicklungen durch starre Regularien und Denkweisen auszubremsen. Die Herausforderung besteht darin, Fachabteilungen zu unterstützen, digitale Initiativen im Unternehmen zu begleiten und strategisch zu orchestrieren. Die interne Kommunikation zwischen IT und Fachabteilungen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Wie dies gelingt und worauf es dabei ankommt, zeigen wir im zweiten Teil unserer Artikel-Serie und in unserem Webinar für Digital Commerce Entscheider.

In diesem Beitrag geht es darum, wie E-Commerce-Systeme gedacht und entwickelt werden müssen, damit sie auf Dauer den sich rasch ändernden Anforderungen der Käufer gewachsen sind.

Was ist Headless Commerce?

Manche sehen in Headless Commerce eine Revolution, wir sehen darin eher eine logische Entwicklung: weg von E-Commerce-Systemen. Weg von Systemen, die als monolithische Anwendung gebaut sind. Hin zu Architekturen, die aus vielen funktionalen Bausteinen, sogenannten Services, zusammengesetzt sind.

Die Vorteile von Service orientierten Architekturen (SOA) haben wir in einem früheren Artikel vorgestellt. Im wesentlichen lassen sich SOA flexibler an neue Anforderungen anpassen als traditionelle Architekturen, in denen alle Funktionen in einer Applikation stecken.

Präsentations- und Applikationsebene

“Headless” steht für eine bestimmte Form von Service-Architektur, bei der das Nutzer-Frontend, beispielsweise die Shop-Oberfläche, fehlt. Headless-Systeme beinhalten also nur die Funktionen, die “unter der Haube” (Backend, auch Applikationsebene genannt) des Online-Verkaufs nötig sind.

Die Nutzeroberfläche (Frontend, auch Präsentationsebene genannt) wird je nach Bedarf des Händlers individuell entwickelt und angedockt. Die Kommunikation zwischen der Applikations- und der Präsentationsebene erfolgt über Schnittstellen (API).

Wenn beispielsweise ein Käufer im Shop auf den Button “Kaufen” klickt, dann sendet die Präsentationsebene eine Anfrage an die Applikationsebene. Diese bearbeitet die Bestellung dann. Bei einem traditionellen System “aus einem Guss” geschieht das Ganze innerhalb einer einzigen Applikation. Das ist der wesentliche Unterschied.

Wozu Headless Commerce?

Kurz gesagt, bietet die Trennung von Front- und Backend in Verbindung mit einer Service orientierten Architektur mehr Flexibilität. Insbesondere bei der Anpassung eines Systems an neue Anforderungen im Online-Verkauf. Dazu ein kurzes Beispiel…

Der digitale Verkaufsraum besteht bei vielen Händlern heute noch aus einem Online-Shop, in dem Produkte präsentiert, gesucht und gekauft werden können. Mit der zunehmenden Nutzung von mobilen Endgeräten hat sich der eCommerce bereits in Richtung mobile Endgeräte erweitert. Der Verkauf ist aber immer noch relativ linear auf einen Kanal beschränkt. Obwohl Kunden in einer Vielzahl von Kontaktpunkten (“Touchpoints”) kaufen würden – Stichwort: Omnichannel.

Auswahl neuer Touchpoints für den Online-Verkauf

(Quelle: Whitepaper commercetools, lesenswert!)

Nicht jeder Verkaufskanal ist für jeden Händler interessant, entscheidend ist jedoch, was der Kunde wünscht. Der Trend geht dahin, dass auch dort gekauft wird, wo sich der Kunde gerade aufhält, ohne dass er erst den Online-Shop eines Händlers besuchen muss.

Wenn Ihre Kunden ab morgen ihre Käufe über Sprachassistenten wie Amazon Echo tätigen wollen, dann muss Ihr eCommerce darauf reagieren können. Auch auf die Vorliebe lieber mit Chatbots im Facebook Messenger als dem persönlichen Gespräch mit Ihrem Vertrieb muss beantwortet werden. Ein “Headless”-System könnte schnell und mit geringem Aufwand angepasst werden. Ein System klassischer monolithischer Bauart müsste unter Umständen zunächst grundlegend umgebaut werden.

Aufwand, um neue Touchpoints einzubinden

KLASSISCHE ARCHITEKTUR HEADLESS ARCHITEKTUR
Bestehenden Monolithen um passende Schnittstellen erweitern und neuen Touchpoint über diese anbinden Neuen Touchpoint über die vorhandenen Schnittstellen anbinden

Eine große Herausforderung für viele Händler besteht darin, zu erkennen, dass ihre aktuelle Lösung, bzw. ihr aktuelles System zu schwerfällig geworden ist, um es flexibel und wirtschaftlich an Veränderungen anpassen zu können. Jede einzelne Anpassung scheint auf den ersten Blick nicht ins Gewicht zu fallen. Die Problematik zeigt sich erst in der Summe der Aufwände über längere Zeit betrachtet.

Statt über eine grundlegende Neuorganisation ihrer Systemlandschaft nachzudenken, hangeln sich viele Händler von Anpassung zu Anpassung. Diese werden bei zunehmender Komplexität ihrer Systeme mit jedem Schritt aufwändiger. Es lohnt sich deshalb, von Zeit zu Zeit das gesamte Ökosystem kritisch auf den Prüfstand zu stellen.

Wie gelingt der Wechsel zu Headless Commerce?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt sowohl im Aufbau als auch im Umbau in einer inkrementellen Vorgehensweise. Dabei wird die bestehende Architektur schrittweise verändert, statt sie in einem großen Wurf umzubauen. Bei monolithischen Systemen, geht es darum, die Architektur zu entflechten und in eine Service-Architektur zu überführen. Dies ist meist bei “organisch” gewachsenen Shops der Fall.

Mehr zum Thema “Monolithische Systeme schrittweise entflechten” finden Sie in einem früheren Artikel in diesem Blog.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein “Shop-System”, das sich nur in bestimmten Grenzen an individuelle Anforderungen anpassen lässt, gegen eine flexiblere Lösung zu ersetzen. Eine Headless-Lösung, die wir bereits bei erfolgreichen Händlern implementiert haben, ist die eCommerce-Plattform von commercetools. Sie bietet sich besonders dann an, wenn es auf maximale Flexibilität durch 100% Service-Architektur (in diesem Fall in der Cloud) ankommt.

Quelle: commercetools

 

Trennung von Frontend- und Backend-Funktionalität bei commercetools

Quelle: commercetools

Vorhandene Systemlandschaft auf den Prüfstand stellen

Wenn sich die Anzeichen dafür mehren, dass ein eCommerce-System zu starr geworden ist, dann ist es Zeit für eine kritischen Analyse. Dabei wird der Status im Lichte kurzfristiger und mittelfristiger Veränderungen bewertet. Lassen sich notwendige Anpassungen technisch und wirtschaftlich im Rahmen des bestehenden Systems durchführen? Oder sind umfassende Veränderungen notwendig?

Ein objektiver Blick von aussen hilft dabei, die Situation klarer und mit der nötigen Unvoreingenommenheit zu analysieren.

Serviceorientierte Architekturen (SOA) sind heute Standard in E‑Commerce-Systemen. Erfahren Sie hier, was hinter Microservices & Co. steckt und wie die Umstellung von monolithischen auf servicebasierte Systeme gelingt.

Online-Händler stehen vor der Herausforderung, dass sich die Rahmenbedingungen für ihr E‑Commerce laufend verändern. Kunden ändern ihr Kaufverhalten, neue Technologien setzen neue Standards im Wettbewerb um die Gunst der Käufer. Mit jeder neuen Anforderung an den E‑Commerce, vergrößert sich automatisch die Komplexität von Systemen, Prozessen und Daten beim Händler.

Die Grenzen monolithischer Systeme

Systeme aus einem Guss, sogenannte monolithische Systeme, stoßen schnell an Grenzen, weil sie sich ab einer bestimmten Komplexität oft nicht mehr ohne Weiteres flexibel anpassen lassen. Der Klassiker: Ein Standard-System wird punktuell oder über einen längeren Zeitraum so sehr auf die den individuellen Bedarf eines Händlers angepasst, dass am Ende das System aus 20 % Standard- und 80 % individuellem Software-Code besteht. Ein solches System lässt sich, wenn überhaupt, nur mit sehr hohem Aufwand erweitern. Versions-Updates können im Einzelfall viele Manntage kosten, ohne dass dadurch viel Funktionalität bzw. Mehrwert gewonnen wird.

Servicesorientierte Architekturen schaffen Abhilfe

Aus diesem Grund teilt man heute vor allem komplexe Systeme in einzelne Programme und Aufgaben in serviceorientierte Architekturen auf. Besonders große Unternehmen mit komplexen Softwaresystemen, die laufend weiterentwickelt werden, setzen auf Services. Bei sehr kleinem Funktionsumfang spricht man von Microservices.

“Der eCommerce-Riese Amazon stellt alle 11,7 Sekunden neuen Code online. Ohne Microservices wäre das nicht möglich.”
Dirk Hörig, CEO Commercetools

Die Idee hinter serviceorientierten Architekturen findet sich schon in der UNIX-Philosophie:

  • Ein Programm soll nur eine Aufgabe erfüllen,
  • Programme sollen zusammenarbeiten können und
  • sie sollen dafür Standard-Schnittstellen nutzen.

Serviceorientierte Architekturen ermöglichen ein hohes Maß an Flexibilität in der Entwicklung, denn kleine, bedarfsorientierte Services lassen sich jederzeit leicht ergänzen oder ersetzen, wenn neue Anforderungen aufkommen.

Lesetipp: Einen Überblick und Starthilfe für die Arbeit mit Microservices bietet das E-Book von Eberhard Wolf, dass man hier kostenlos herunterladen kann.

Monolith versus Serviceorientierter Architektur

MONOLITHISCHE ARCHITEKTUR SERVICE-ARCHITEKTUR
Anwendung eine einzige, integrierte Software-Instanz in modulare Komponenten zerlegt
Umgebung einzelner Server oder VM kann über Clouds und eigenes Rechenzentrum verteilt werden
Erweiterungen erfordern Redeployment der gesamten Anwendung erfordern nur die Aktualisierung der einzelnen Services
Hauptvorteil Einfache Installation und Deployment Entwicklung neuer Funktionen einfach und flexibel
Hauptnachteil Skalierbarkeit der Funktionen begrenzt Orchestrierung der Funktionen und Wartung aufwändig
Geeignet für Kleine und mittlere Shops überschaubarer Innovationsrate Ambitionierte E-Commerce-Plattformen, mit raschen Innovationszyklen und Wachstumsplänen

Es gibt keine allgemeingültige Liste der Vor- und Nachteile von Monolithen und Microservices, beide sind mit bestimmten Kompromissen verbunden. Deshalb analysieren wir bei eCube bei jedem Projekt sehr sorgfältig die Anforderungen, um im konkreten Fall die optimale Lösung für unsere Kunden finden zu können.

Abbildung: Monolithische Architektur versus Service-Architektur (Quelle: Commercetools)

Monolithische Systeme schrittweise entflechten

In vielen unserer Projekte geht es darum, monolithische E‑Commerce-Systeme, die im Laufe der Jahre sehr komplex und dabei gleichzeitig zu unflexibel für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung geworden sind, zu entflechten.

Statt das gesamte System von Grund auf neu zu bauen (was in den meisten Fällen mit einem nicht verantwortbaren Risiko verbunden wäre), lösen wir schrittweise einzelne Funktionen aus dem Monolithen heraus. Diese werden dann durch Services ersetzen, die diese Funktionen übernehmen. Dabei folgen wir dem Prinzip der “Strangler Pattern”.

Prinzip der Strangler Pattern im E‑Commerce

In diesem Beispiel wird im ersten Schritt das Preismanagement aus dem System in einen Service ausgelagert. Danach folgen schrittweise die übrigen Funktionen, sodass am Ende ein Netzwerk von Services steht, die miteinander kommunizieren. Wir nennen dies “Service Mashup”. In diesem Prozess bietet sich auch die Möglichkeit, einzelne Funktionen zu erneuern oder durch Standard-Services z.B. für die Produktsuche zu ersetzen.

Während beim monolithischen System in der Regel verschiedene Teams damit beschäftigt sind, mehr oder weniger trennscharf an “ihren” System-Bereichen zu arbeiten, können im Service Mashup die Zuständigkeiten entsprechend der Organisationsstruktur definiert werden. Im Idealfall wird jeder Service von einem dedizierten Team betreut. So ergibt sich die Möglichkeit, Systemstrukturen mit Organisations- oder Teamstrukturen gemäß Conways Law in Einklang zu bringen.

„Organisationen, die Systeme entwerfen, […] sind gezwungen, Entwürfe zu erstellen, die die Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen abbilden.“
Melvin E. Conway

Tipps für die Entwicklung serviceorientierter Architekturen

Der Umfang jedes einzelnen Services ist begrenzt. Das macht die Entwicklung, Wartung und Aktualisierung der Dienste einfacher als in monolithischen Systemen.

Andererseits wächst mit jedem neuen Service die Komplexität des Gesamtsystems. Bei eCube wägen wir deshalb in jedem Projekt genau ab, ob und an welchen Stellen eine Zerlegung nach Aufgaben bzw. Funktionen möglich, ohne dass der Aufwand den Nutzen übersteigt.

Damit auch kleinere aber ambitionierte Online-Shops ohne großes Entwicklungsteam von einer Service-Architektur profitieren können, sollte man bei der Planung und Entwicklung folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Infrastruktur auslagern

Systeme wie beispielsweise Kubernetes für die Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung von Services sollten so weit wie möglich ausgelagert werden, um die Komplexität der eigenen System-Landschaft nicht unnötig zu erhöhen. In Frage kommen hier Platform-as-a-Service-Angebote, die neben der Server-Infrastruktur auch das Betriebssystem beinhalten. Diese Komplettpakete sind zwar teurer, als das Hosting auf eigenen Servern, aber in der Gesamtbetrachtung eines Projektes oft kostengünstiger.

Fertige Services nutzen

Nicht alle Services müssen individuell entwickelt werden, vielmehr empfiehlt es sich, möglichst viele fertige Services wie z.B. den eCommerce-Service von commercetools, die Produktsuche von Factfinder und andere zu nutzen. Fertige Services lassen sich einfacher und zuverlässiger Updaten, da die Service-Anbieter ihre Schnittstellen und Funktionen in der Regel fortlaufend pflegen.

Lesetipp dazu:

 

Fazit: Händler sollten rechtzeitig handeln

Händler werden häufig erst dann aktiv, wenn sie mit ihren E‑Commerce-Systemen bereits an Grenzen stoßen. Etwa wenn Funktionen nur bedingt mit vertretbarem Aufwand ergänzt oder erweitert werden können. Dann muss schnell gehandelt werden und es bleibt oft zu wenig Zeit, die Situation gründlich zu analysieren und Optionen abzuwägen. Es lohnt sich deshalb, regelmäßig die eigene Systemlandschaft auf den Prüfstand zu stellen, um mögliche Engpässe für die Weiterentwicklung frühzeitig zu erkennen und darauf adäquat reagieren zu können.

Wir unterstützen Sie dabei, Ihr digitales Business konsequent auf Wachstum und Skalierbarkeit auszurichten. Dafür entwickeln wir für Sie digitale Ökosysteme auf Basis agiler Methoden und smarter Technologien. Hier geht es zu unseren Leistungen

Viele Erkenntnisse, die wir in unseren Projekten sammeln, bestätigen sich regelmäßig in Branchenstudien. Wir stellen fünf Studien vor und geben Tipps, was Händler daraus lernen können.

Online-Handel erfordert agile Technologien und Arbeitsweisen

“Komplexe Infrastrukturen mit durchschnittlich 10,2 verkaufsbezogenen Technologien machen es vielen Unternehmen schwer, eine integrierte Lösung zu entwickeln, die ihren individuellen Anforderungen gerecht wird.” Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forrester Research im Auftrag von Magento.

Daraus ergeben sich besondere Anforderungen an die Flexibilität und Konnektivität von E-Commerce-Lösungen im B2B. Wir zeigen Ihnen, was Händler beim Einstieg bzw. bei der Weiterentwicklung ihres Online-Verkaufs unbedingt berücksichtigen sollten:

Shop-Lösungen müssen so flexibel sein, dass sie in die vorhandene Infrastruktur integriert und im Kontext anderer Applikationen wie PIM, ERP, CMS und CRM weiterentwickelt werden können. Denn nur wenn alle Systeme, die am Verkauf beteiligt sind optimal zusammenwirken, dann kann E-Commerce nicht nur technologisch sondern auch strategisch in den Omnichannel-Vertrieb integriert werden.

Zudem müssen E-Commerce-Lösungen so flexibel sein, dass sie an Veränderungen im Markt oder in der eigenen Verkaufsstrategie angepasst werden können. E-Commerce-Systeme wie die von unserem Partner commercetools bieten hierfür die nötige Agilität. Dementsprechend sollten E-Commerce-Projekte nach agilen Prinzipien geplant und realisiert werden.

Ein konsequent iteratives Planen und Umsetzen hilft dabei, die Komplexität und damit das Risiko in E-Commerce-Projekten zu reduzieren und trotzdem schnell zur Marktreife zu gelangen. Mehr über agile Shop-Entwicklung im E-Commerce erfahren Sie in unserem kostenlosen Whitepaper.

Lesetipp: Grundlagen agiler Shop-Entwicklung im B2B: Planung, Ressourcen, Produktdaten, Integration (de.eas-mag.digital)

Data Quality Management komplexer als erwartet

Über 80 Prozent der Online-Händler sehen in der Qualität von Produktdaten eine entscheidende Voraussetzung für den Verkaufserfolg. Dennoch schätzt fast jeder Zweite die Qualität der Daten in seinem Shop als schlecht ein.

Das liegt aus unserer Erfahrung im wesentlichen daran, dass Händler den Aufwand, den die Aufbereitung von Produktdaten für den Online-Verkauf verursacht, unterschätzen. Nach einer Studie zum Einfluss der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel von ibi Research, DIHK und IHK stellt die Aufbereitung bzw. Bereitstellung von Produktdaten für den Online-Verkauf jeden zweiten Händlereine vor große Herausforderungen.

Die Verarbeitung von Produktdaten gehört zu den komplexesten Anforderungen in E-Commerce-Projekten.

Wenn Händler versuchen, die Produktdaten aus ihrem stationären Verkauf 1:1 im Online-Shop einzusetzen, geht das in der Regel schief. Denn Produktdaten dienen im Online-Verkauf nicht nur der Präsentation von Produkten. Sie steuern auch wichtige Funktionen im Shop wie die Produktsuche oder die semantische Verknüpfung von Produkten für das Crossselling.

Um beiden Anforderungen gleichermaßen gerecht zu werden, müssen Produktdaten in eine einheitliche Form und Qualität gebracht werden. Man spricht hier von Konsolidierung der Daten.

Bei sehr großen Produktsortimenten ab fünfzig tausend Produkten aufwärts lässt sich dies unmöglich manuell bewältigen, besonders wenn regelmäßig Daten von Herstellern und Zulieferern aktualisiert werden. Hier empfiehlt es sich, das Produktdaten-Management so weit wie möglich zu automatisieren.

eCube hat hierfür ein Tool entwickelt, mit dem Händler die Qualität ihrer Produktdaten automatisiert überwachen und optimieren können.

Lesetipp: Produktdaten – die Achillesferse im E-Commerce (marconomy.de)

Käufer erwarten personalisierte Inhalte im Online-Shop

Einer Studie von ECC Köln zufolge spricht jeder zweite Online-Händler seine Kunden im Online-Shop personalisiert an. Insbesondere durch kundenindividuelle Preise, personalisierte Kaufempfehlungen oder Angebote.

Sieben von zehn Händlern, die ihre Kunden im B2B-Online-Shop personalisiert ansprechen, können einen positiven Effekt für die Conversion Rate feststellen.

Grund genug für B2B-Händler, sowohl die Präsentation ihrer Produkte als auch Marketing-Content in ihren Shops am konkreten Bedarf ihrer Kunden im Kaufprozess auszurichten. Im technischen Handel geschieht dies beispielsweise, indem im Shop einem Werkzeug die dazu passenden Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien zugeordnet werden. Auf der Content-Ebene können technische Datenblätter oder Anleitungen zur Nutzung des Gerätes angeboten werden.

Beim sogenannten Content Commerce werden die reinen Informationen zu den angebotenen Produkten durch weiterführende Inhalte mit Tipps für die Anwendung und Hintergrundinformationen zu den Produkten ergänzt. Auf diese Weise entsteht ein virtuelles Beratungsangebot, das dazu beiträgt, den Verkauf zu fördern und Kunden zu binden.

Lesetipp: Content Commerce im B2B: Hintergrund, Tipps, Beispiele

Intuitive Produktsuche erfolgskritisch für den Online-Verkauf

“Der Shop-Betreiber muss die Rolle eines Vordenkers übernehmen, denn nur er verfügt über das Know How und die Erfahrung in seiner Branche. Er muss im Verkauf für seinen Kunden denken: Wie soll die Produktsuche aussehen? Welche Funktionalität braucht der Kunde im Einkauf?” fordert zurecht unser Kunde Andreas Viehweger, Geschäftsführer der HENKA Werkzeuge + Werkzeugmaschinen GmbH.

Laut einer Studie vom Baymard Institute gelingt es über 70% der Online-Händler nicht, den Erwartungen der Käufer an die Einfachheit und Zuverlässigkeit der Produktsuche zu entsprechen.

Im Mittelpunkt der Konzeption für den Online-Shop von Henka stand deshalb eine intelligente Suchfunktion. Damit finden Käufer die für sie passenden Technologien schnell und einfach. Und zwar so, dass die Suche sie bei ihrem “natürlichen” Suchverhalten unterstützt, statt ihnen vorzuschreiben, wie sie zu suchen haben oder wie es das System von ihnen verlangt. Der Kunde soll den Shop ganz ohne Vorkenntnisse nutzen können. Deshalb sind selbst komplexe Funktionen, wie der sogenannte “Drill-down-Filter” selbsterklärend und intuitiv.

Neben der technischen Funktionalität braucht eine leistungsfähige Suche auch Produktdaten von hoher Qualität. Diese müssen so aufbereitet sein, dass sie die Suchalgorithmen optimal unterstützen. Um dies zu erreichen, werden bei Henka die Produktdaten für den Online-Verkauf automatisiert angereichert und aufbereitet. Wir nennen das Product Data Consolidation.

Videotipp: Mehr über Product Data Consolidation im Shop von Henka erfahren Sie in der Aufzeichnung unseres Webinars mit Projektbericht.

Luft nach oben bei der Analyse von Nutzungsdaten

“B2B-Unternehmen erhalten über ihre Webshops Einblicke in das Kaufverhalten und die Bedürfnisse von Kunden. Diese Daten werden (…) allerdings kaum für Geschäftsentscheidungen und Nachhaltigkeit genutzt,” so das Fazit der Studie Digitale Transformation & E-Commerce Report 2018/19. Danach analysiert gerade einmal jeder fünfte Online-Händler das Einkaufsverhalten seiner Kunden, um das Kauferlebnis in seinem Shop zu optimieren.

Im Umkehrschluss ergibt sich daraus, dass vier von fünf Online-Shops im Blindflug betrieben werden. Während viele Unternehmen, das Nutzerverhalten auf ihren Internetseiten beobachten, bleibt ihr Shop für sie eine Art Black Box. Dadurch werden viele Chancen vertan, mehr über den Käufer und seinen Bedarf zu erfahren.

Die Herausforderung für Händler besteht darin, Daten systematisch zu erfassen und zu analysieren. Denn nur so sind sie in der Lage, Erkenntnisse zu gewinnen, die es ermöglichen den E-Commerce zu optimieren.

Lesetipp: B2B E-Commerce vernachlässigt Potenzial von Kundendaten (marconomy.de)

Jedes Jahr zeigt die W-JAX Konferenz für Java, Architektur- und Software-Innovation wo die Reise in der Software-Entwicklung hingeht. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die wichtigsten Java-Trends.

Agile Entwicklung & DevOps

„Agil“ ist seit langem ein großer Trend in der Software-Entwicklung, trotzdem nutzen noch nicht alle Unternehmen agile Methoden. Das liegt vor allem daran, dass agil nicht nur eine Methodik sondern eine Kultur im gesamten Unternehmen ist, die sich nicht von heute auf morgen entwickeln lässt. Damit agile Kultur in der Software-Entwicklung funktioniert, müssen auch andere Unternehmensbereiche agil denken und handeln. Im E‑Commerce sind das zum Beispiel der Vertrieb und das Marketing, die IT, Einkauf und Fulfillment und letztendlich auch die Geschäftsführung, die E‑Commerce-Projekte strategisch steuert. Treffen hier agiles und „klassisches“ Denken und Handeln aufeinander, führt dies zu Reibung und viele Chancen des „agilen“ bleiben ungenutzt.

Der Schlüssel zum Erfolg agiler Software-Projekte liegt also in einem gemeinsamen Verständnis von agiler Methodik sowie in der Integration verschiedener Unternehmensbereiche in Softwareprojekten. Hier kommt ein weiterer neuer Ansatz ins Spiel, der in Fachkreisen diskutiert wird: DevOps. Dahinter steckt die Idee, Business und Technologie so zu integrieren, dass beispielsweise Betriebs- und Entwicklungsingenieure über den gesamten Software-Lebenszyklus, vom Design- und Entwicklungsprozess bis hin zur Produktionsunterstützung Hand in Hand arbeiten. DevOps will das traditionelle Denken und Handeln in Silos ersetzen, in denen ein Team den Code schreibt, ein anderes Team testet, ein weiteres Team bereitstellt usw. Auch hinter DevOps steckt eine Kultur, die Grenzen in Unternehmen überwindet, um gemeinsam beispielsweise den E-Commerce weiterzuentwickeln. Das bedeutet auch, gemeinsam Verantwortung für Projekt zu übernehmen.

Agile Entwicklung und Prinzipien des DevOps wie etwa Continious Delivery finden sich in nahezu allen Projekten von eCube, wenngleich sie uns regelmäßig vor Herausforderungen stellen. Denn unsere Kunden „ticken“ in der Regel „klassisch“, wenn es darum geht, E‑Commerce im Unternehmen zu entwickeln. Hier sind neben der Shop-Entwicklung selbst viele Brücken zwischen Fachabteilungen zu bauen, die bisher in parallelen Welten gelebt haben. Hier entwickeln wir nicht nur Software sondern oft auch eine neue Kultur.

Passend dazu: Komplexe Replatforming-Projekte im B2B erfolgreich managen

 

Microservices

Um große Systeme geht es auch beim Thema Microservices: Diese dienen dazu komplexe Systeme in einzelne Programme und Aufgaben aufzuteilen. Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt schon die UNIX Philosophie, die auf drei Ideen basiert: Ein Programm soll nur eine Aufgabe erfüllen, die Programme sollen zusammenarbeiten können und die Programme sollen eine universelle Schnittstelle nutzen. Der Haken bei der Sache: Microservices-Architekturen ermöglich ein hohes Maß an Flexibilität in der Entwicklung, erhöhen aber gleichzeitig die Komplexität des Gesamtsystems. Die Herausforderung besteht deshalb darin, die vielen Komponenten des Systems so zu orchestrieren, dass die Übersicht nie verloren geht. Bei eCube wägen wir deshalb in jedem Projekt genau ab, ob und an welchen Stellen eine Zerlegung nach Aufgaben sinnvoll ist, ohne dass der Aufwand den Nutzen übersteigt.

Spezielle Werkzeuge wie Istio und Linkerd können helfen, einen solchen “Service Mesh” in den Griff zu bekommen. Bei eCube nutzen wir aktuell Docker für die Containerisierung, Keycloak für IAM & Standard REST-APIs mit Spring MVC. Es empfiehlt sich, diese Tools in Software-Projekten so früh wie möglich einzusetzen, um von Beginn an die volle Kontrolle über die wachsende Zahl von Services zu behalten.

Lesetipp: Einen kurzen Überblick und Starthilfe für die Arbeit mit Microservices bietet das E-Book von Eberhard Wolf, dass man hier kostenlos herunterladen kann.

Damit hochkomplexe Microservice-Architekturen nicht im Chaos versinken, nutzen wir die Techniken des Chaos Engineering.

Chaos Engineering

Eine sehr praktische Herausforderung der Software-Entwicklung adressiert das „Chaos Engineering“: Wie schafft man es, resiliente IT-Systeme zu bauen, die auch bei Teilausfällen noch funktionieren? Wie lassen sich Flexibilität der Entwicklung und die Geschwindigkeit der Bereitstellung (Time to market) in verteilten Softwaresystemen erhöhen, ohne dass beispielsweise die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Diensten in verschiedenen Systemen zu unvorhersehbaren Ergebnissen bzw. Fehlern oder Ausfällen führen?

„Chaos Engineering is the discipline of experimenting on a distributed system in order to build confidence in the system’s capability to withstand turbulent conditions in production.“
principlesofchaos.org

Die Herausforderung in der Software-Entwicklung besteht darin, Schwachstellen zu identifizieren, bevor sie sich in systemweiten, anormalen Verhaltensweisen manifestieren. Das ist leichter gesagt als getan und setzt voraus, dass Architekten und Entwickler wieder lernen, mehr systematisch zu experimentieren, statt jeden erdenklichen Fall voraussehen zu wollen. Ein Ansatz kann hier sein, „Chaos“ durch kleine Experimente in der Staging-Umgebung zu testen. Russ Miles, CEO von ChaosIQ hat dazu auf der JAX Konferenz 2018 einen sehr inspirierenden Vortrag gehalten:

Einen groben Überblick, wie Chaos Engineering in der Praxis aussehen kann, geben die „Principles of chaos engineering“. Wir werden in einem weiteren Artikel hier im Blog näher darauf eingehen.

Fazit: Neue Ansätze brauchen Neues denken

Neben den hier skizzierten Trends entstehen laufend neue Ideen und Konzepte für die Java-Enwicklung. Viele etablieren sich in der Praxis, während andere wieder verpuffen. Bei eCube greifen wir neue Methoden und Tools auf, wenn uns diese sinnvoll und praktikabel erscheinen, um Projekte flexibler und wirtschaftlicher umzusetzen. Dazu gehört derzeit etwa Kubernetes für die Automatisierung der Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung von Container-Anwendungen. Dabei gehen wir ebenso agil bzw. iterativ vor wie in unseren Projekten. Das ist vor allem dann wichtig, wenn neue Ansätze eine Veränderung im Denken und in der Kultur erfordern, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Wir werden in unserem Blog weiterhin von unseren Erfahrungen berichten.