eCommerce entwickelt sich rasanter als sich Unternehmen auf Innovationen einstellen können. Deshalb sollten sich Entscheider auf solche Innovationen konzentrieren, die ihr Geschäft schnell und sicher voranbringen. Wir wollen dabei unterstützen und werfen einen Blick auf die aktuellen B2B e-CommerceTrends und Best Practices, die in greifbare Nähe rücken.

In unserer Trendanalyse für 2020 haben wir einen Überblick über Entwicklungen im eCommerce gegeben, die weiterhin aktuell sind. Vielleicht sind Sie in einem dieser Bereiche bereits aktiv?

  1. Content Commerce: Online-Shops werden zur Publishing-Plattform
  2. Software-Architektur: Smarte Services kurbeln den Verkauf an
  3. Customer Experience: Individuelle Kauferlebnisse durch Personalisierung
  4. Produktdaten: Händler entdecken den Wert von Daten für ihren Online-Verkauf

Weitere Themen, die Sie im Blick haben sollten: Amazon für Business, Sprachsuche für Online-Shops, KI & Maschine Learning, Augmented- und Virtual Reality, Social Commerce, 5G.

Näheres erfahren Sie in unserem Blog: B2B eCommerce-Trends 2020: Warum Sie KI vorerst vergessen können (und was wichtig wird).

Am Beispiel KI & Maschine Learning zeigt sich, dass neue Technologien einige Jahre brauchen, um einen tatsächlichen Business-Nutzen für Unternehmen zu stiften. Händler sollten sich deshalb nicht von jedem neuen Trend leiten lassen. Orientieren Sie sich am Business Value, den Ihnen neue Technologie bringen können und weniger an dem, was gerade heiß diskutiert wird.


Lesetipp: Wie weit Künstliche Intelligenz derzeit entwickelt ist und welche “intelligenten” Tools Händler heute schon einsetzen können erfahren Sie in unserem Gastbeitrag auf Marconomy.


B2B E-Commerce-Trends 2021

Während KI, Maschine Learning und Augmented Reality im eCommerce noch Zukunftsmusik sind, wollen wir im Folgenden einige Trends beleuchten, die jenseits des Technologie-Hypes an Bedeutung gewinnen. Dabei geht es weniger um einzelne Technologien als vielmehr um strategische Handlungsfelder, die für den Erfolg des eCommerce entscheidend sind.

Hier die Übersicht:

  • Trend 1: IT übernimmt mehr Verantwortung für eCommerce
  • Trend 2: System-Architekturen werden modularer & flexibler
  • Trend 3: eCommerce Prozesse werden weiter automatisiert
  • Trend 4: Händler entdecken das Direct-to-Consumer-Geschäft (D2C)
  • Trend 5: B2B-Marktplätze werden für Händler attraktiver

Übrigens: eCube implementiert nicht nur digitale Lösungen sondern berät auch in strategischen Fragen rund um den eCommerce – Hier finden Sie unsere Strategie-Workshops für Unternehmen, die in den digitalen Verkauf einsteigen oder erfolgreich weiterentwickeln wollen.


Trend 1: IT übernimmt eine strategische Rolle im Digital Commerce

Erfolgstrio

Nicht selten wird in Unternehmen das Thema eCommerce von Marketing und Vertrieb getrieben. Diese bauen in Eigenregie Infrastrukturen für den digitalen Verkauf auf und verdrängen die Unternehmens-IT aus ihrem Kerngeschäft, dem Technologie-Management. Die Unternehmens-IT wird nur am Rande oder gar nicht in strategische Prozesse eingebunden.

Durch fehlende Zusammenarbeit und redundante Strukturen (“Schatten-IT”) verschwenden Unternehmen wertvolle Ressourcen. Viele erkennen diese Fehlentwicklung und versuchen, gegenzusteuern. Die Herausforderung besteht darin, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und die Rolle der Unternehmens-IT als Partner in Fragen der Digitalisierung zu stärken. 

Was bedeutet dieser B2B eCommerce-Trend für Sie als Händler?


Erfolgreiche Händler richten ihre Unternehmensorganisation systematisch auf das digitales Geschäft aus. Das bedeutet im Einzelfall, das Technologie-Management neu zu organisieren – weg von einer IT, die sich nur um Server, Druckertoner und Telefonanlagen kümmert, hin zu einer IT, die digitale Initiativen im Unternehmen strategisch orchestriert und fachlich begleitet.

Erfolgreicher eCommerce braucht ein strategisches Technologie-Management, in dem IT, Fachabteilungen und TOP-Management integriert planen, umsetzen und steuern.

Lesetipp: Wie Unternehmen ihr Technologie-Management fit für den Digital Commerce machen, erfahren Sie in unserem Whitepaper für eCommerce-Verantwortliche & Projektleiter

Trend 2: System-Architekturen werden modularer & flexibler

eCommerce ist kein Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Was heute state-of-the-art ist, kann morgen schon überholt sein. Darauf müssen eCommerce-Systeme flexibel reagieren können. Die Zeichen der Zeit stehen auf Software-Architekturen, die modular aufgebaut sind und flexibel an neue Anforderungen angepasst werden können. Aus diesem Grund werden sich serviceorientierte Systeme mittelfristig gegen monolithische Systeme durchsetzen.

monolithisch versus serviceorientiert
Quelle: commercetools

eCommerce, der dauerhaft erfolgreich sein will, braucht digitale Systeme, die sich flexibel an neue Anforderungen anpassen können. Klassische All-in-one-Lösungen stoßen hier an Grenzen.

Was bedeutet dieser B2B E-Commerce-Trend für Sie als Händler?


Headless Commerce zeigt, wo die Reise hingeht: Serviceorientierte Systeme bieten die technologische Basis und die nötige Flexibilität, um Anwendungen für den Digital Commerce konsequent an dem zu orientieren, was im Einzelfall nötig ist, um eCommerce erfolgreich zu machen. Dazu müssen Händler das Thema Digitalisierung neu denken: 

  • Technologie folgt dem individuellen Bedarf, statt vermeintlich sinnvolle Funktionen und Anwendungen für den digitalen Verkauf zu diktieren.
  • Funktionale Komponenten werden in Form von Microservices intelligent vernetzt, statt fest in monolithischen Software-Architekturen eingebettet zu werden.
  • Die Dezentralisierung der Systeme erfordert eine Dezentralisierung von Teams, die für die Pflege und Weiterentwicklung der Systeme zuständig sind.

Lesetipp: Monolithische Shopsysteme – Neu bauen oder schrittweise transformieren?


Trend 3: E-Commerce-Prozesse werden weiter automatisiert

Automatisierung in Unternehmen kann überall dort sinnvoll sein, wo manuelle Abläufe unnötig Ressourcen binden. Aber auch die Qualität von Prozessen lässt sich durch Automatisierung dauerhaft verbessern. Im Vertrieb zielt Automatisierung darauf ab, den Umsatz zu steigern und Kunden ein personalisiertes Kauferlebnis zu bieten. Hier kann B2B noch viel von B2C lernen.

Mögliche Gründe für die Automatisierung von E-Commerce-Prozessen

  1. Mehr verkaufen, Conversion steigern
  2. Einkaufserlebnis verbessern
  3. Wettbewerbsvorteile schaffen
  4. Weniger Ressourcen verbrauchen
  5. Qualität von Prozessen verbessern
  6. Zufriedenheit der beteiligten Mitarbeiter erhöhen

Lesetipp: 10+ Anwendungen für Automatisierung im eCommerce, die Händler sofort starten können 


Was bedeutet dieser B2B E-Commerce-Trend für Sie als Händler?

Die erste Regel jeder Technologie[…] ist, dass die Automatisierung, die auf einen effizienten Ablauf angewandt wird, die Effizienz erhöht. Die zweite Regel ist, dass die Automatisierung eines ineffizienten Ablaufs die Ineffizienz vergrößert.” – Bill Gates

Automatisierung setzt voraus, dass Prozesse im Unternehmen effizient, standardisiert und digitalisiert sind. Dies ist nicht immer Fall, denn in vielen Unternehmen wird zwar digital verkauft, die Prozesse dahinter laufen jedoch sehr analog ab. In solchen Fällen müssen zunächst alte und neue Strukturen in Unternehmen harmoniert und optimiert werden, bevor Prozesse vereinheitlicht und schlussendlich automatisiert werden können.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Potenziale für Automatisierung in Ihrer Vertriebsorganisation zu identifizieren und gewinnbringend auszuschöpfen. Zum Beispiel in einem Strategie-Workshops mit unseren Experten.

Trend 4: Hersteller entdecken das Direct-to-Consumer-Geschäft (D2C)

Unternehmen, die bisher über indirekten Vertrieb verkauft haben, entdecken die Vorteile des direkten Verkaufs an ihre Kunden: Sie bekommen direkten Zugang zu ihren Kunden und erfahren aus erster Hand, was diese wünschen. Zudem macht D2C-Vertrieb unabhängig von Handelspartnern und ermöglicht eine flexiblere Preisgestaltung. Abgesehen davon, dass Verkaufsprovisionen als Kostenposition im Vertrieb wegfallen.

Neue digitale Technologien und Verkaufskanäle machen den D2C-Vertrieb für Unternehmen attraktiv, die mehr Kontrolle über ihren Vertrieb anstreben.

traditional retailer vs direct to consumer

Was bedeutet dieser B2B E-Commerce-Trend für Sie als Händler?

Der direkte Vertrieb zum Kunden verändert die Art und Weise wie Sie verkaufen grundlegend und stellt neue Anforderungen an Strukturen und Technologien in Ihrem Unternehmen. Das gilt selbst dann, wenn Ihr Vertrieb “nur”um einen eigenen Online-Shop oder den Verkauf auf B2B-Marktplätzen erweitert werden soll. Ihr Vertriebsorganisation muss sich daran anpassen.

Bild-Quelle: coredna.com

Der erwartete Nutzen des D2C-Geschäfts muss den Mehraufwand für die Schaffung notwendiger Voraussetzung in der Unternehmensorganisation und Technologie-Landschaft auf Dauer mehr als ausgleichen. Damit dies gelingt, ist fundierte strategische Analyse und Planung nötig, die sich nicht nur auf Fragen der Technologie beschränkt.

Tipp: In unserem Strategie-Workshop für eCommerce-Entscheider werfen wir gemeinsam mit Ihnen einen kritischen Blick auf Ihren Vertrieb und gehen der Frage nach, ob z.B. ein eigener Online-Shop zu Ihrer Vertriebsstrategie passt.

Trend 5: B2B-Marktplätze werden für Händler attraktiver

Online-Marktplätze für den B2B-Handel werden bereits als das nächste große Ding im E-Commerce gehandelt. Neben Plattformen wie Amazon Business, eBay Business oder Mercateo entstehen neue Plattformen wie z.B. Faire, die schon bald interessante Vertriebskanäle für Hersteller und Großhändler in Europa werden könnten. Der Handel über Marktplätze wird sich weiter konsolidieren und auch spezialisieren, wodurch Nischen-Plattformen entstehen.

B2B-Marktplätze sind schon heute erste Wahl für Einkäufer

Fakt ist, dass Unternehmen nicht zwingend einen eigenen Online-Shop brauchen, um digital erfolgreich zu verkaufen. Im Gegenteil, der Schritt in den E-Commerce sollte mit Bedacht geplant und geeignete Ansätze ergebnisoffen evaluiert werden. Eine Anleitung dazu geben wir in unserem Blog und unterstützen in individuellen Strategie-Workshops bei der Analyse.

Quelle: mirakl.com

Was bedeutet dieser B2B E-Commerce-Trend für Sie als Händler?


Je nach strategischer Zielsetzung und Ausrichtung Ihres Geschäfts kann der Online-Verkauf über B2B-Marktplätze sehr lukrativ sein. Vor allem für Unternehmen, die in den E-Commerce einsteigen, bieten Marktplätze die komplette Infrastruktur, um schnell und mit geringem Risiko erste Erfahrungen zu sammeln. Unternehmen, die langfristig eine digitale Handelsmarke aufbauen wollen, sind dagegen in der Regel besser mit einem eigenen Online-Shop beraten.


Lesetipp: Eigene eCommerce Plattform oder B2B-Marktplätze?


Was Sie darüber hinaus im Blick haben sollten

  • Product Data Consolidation: Die nächste Stufe des Product Information Management (PIM) bei dem die Qualität der Daten automatisiert und kontinuierlich verbessert wird. Mehr dazu in unserem Whitepaper für Produktdaten-Verantwortliche
  • Smarte Produktsuche: Services wir Fact-Finder zeigen, wie Maschine Learning heute schon überragende Sucherlebnisse für B2B-Kunden schaffen kann. Mehr zum Thema Produktsuche in unserem Whitepaper für eCommerce-Verantwortliche.
  • Progressive Web Apps(PWA): Verbinden die Flexibilität und einfache Pflege responsiver Websites mit der Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit von nativen Apps.
  • Sprachsuche für Online-Shops spielt in Verbindung mit mobilen Endgeräten eine zunehmend wichtige Rolle und wird auch für Suchmaschinenoptimierung (SEO) relevanter.
  • Social Commerce: Der Verkauf direkt auf sozialen Medien könnte mittelfristig auch im Omnichannel-Verkauf von B2B-Händlern eine wichtige Rolle spielen.

Fazit: Trends gibt es unzählige, täglich erscheinen neue Technologien und Ansätze, eCommerce noch erfolgreicher zu machen. Die Herausforderung für Sie als Händler besteht darin, solche Entwicklungen aufzugreifen, die Ihr Geschäft zuverlässig nach vorne bringen können. 

Wir von eCube unterstützen Sie dabei gerne mit unserer Erfahrung und Expertise.