Digital Commerce Organisation 4.0: Monolithische versus modulare Systeme

In einer Raute sichtbarer Datenstrom

Digital Commerce braucht Strukturen, Prozesse und Technologien, die mit Ihrem Business wachsen und flexibel angepasst werden können. Das Denken in fertigen Lösungen und Systemen führt in vielen Unternehmen dazu, dass Digitalisierung der Technologie folgt, statt sich konsequent an Unternehmenszielen zu orientieren.

In ihrem Webinar für Digital Commerce Entscheider zeigen Günter Heiß und Christian Büngener, wie Unternehmen ihre Technologie-Strategie konsequent auf nachhaltiges Wachstum ausrichten. Dabei erläutern Sie die Vor- und Nachteile monolithischer versus modularer Systeme.

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir gezeigt, warum “traditionelles” IT-Management auch im Digital Commerce zu Schatten-IT führt. Teil 2 baut darauf auf und erläutert wie Unternehmen (insbesondere IT) durch eine Dezentralisierung des Technologie-Managements die Kontrolle über Strukturen und Systeme zurückgewinnen, ohne Innovation zu bremsen.

Digital Commerce, der langfristig erfolgreich sein will, muss strategisch auf Wachstum und Weiterentwicklung ausgerichtet sein. Das gilt sowohl für die Organisation als auch für Technologien. In der Praxis orientieren sich Technologie-Landschaften an den Kommunikationsstrukturen in Unternehmen. Das hat der US-amerikanische Informatiker Melvin Edward Conway erkannt und wie folgt beschrieben.

Conway’s Law: Systeme sind ein Abbild der Organisation

„Organisationen, die Systeme entwerfen, […] sind gezwungen, Entwürfe zu erstellen, die die Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen abbilden.“
Melvin E. Conway

Monolithische versus modulare Systeme

Große zusammenhängende Teams oder Abteilungen in Unternehmen schaffen ebenso zusammenhängende (monolithische) Systeme. Kleine verteilte Teams schaffen dagegen Systeme mit modularer Architektur (Service-basierte Systeme). Die Flexibilität in der Teamstruktur findet sich automatisch auch in der Systemarchitektur.
Quelle: Sketchplanations

Grafik: paraphrased Conway's Law von sketchplanations

Die Folge: Unternehmen, in denen der digitale Verkauf von großen interdisziplinären Teams gesteuert wird, sehen sich über kurz oder lang mit monolithischen Software-Architekturen konfrontiert. Diese sind organisch gewachsen und wegen ihrer zunehmenden Komplexität immer starrer geworden. Anpassungen wie z.B. die Ergänzung neuer Funktionen oder Anbindung weiterer Systeme ist dann mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Vorteile modularer versus monolithischer Systeme

Modulare Architekturen, die von kleinen verteilten Teams gemanaged werden, sind dagegen deutlich flexibler. Sie können jederzeit an neue Anforderungen angepasst werden. Nicht ohne Grund stehen die Zeichen der Zeit im Digital Commerce auf modulare Architekturen in Form von Service-basierten Systemen. Sie bieten den Unternehmen langfristig maximale Freiheiten bieten. Damit Technologien langfristig modular und damit flexibel bleiben (und nicht gemäß Conways Gesetzt monolithisch werden) müssen auf Organisationsebene ggf. große Teams in kleine verteilte Teams umgewandelt und Zuständigkeiten gesplittet werden.

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