Die 5 wichtigsten Projektmanagement-Skills im E-Commerce

Projektmanagement Skills im E-Commerce

Der Erfolg von Software-Projekten steht und fällt mit speziellen persönlichen Fähigkeiten im Projektmanagement, die über rein fachliche Skills hinausgehen. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Erfahrene Projektmanage*innen (PMs) verfügen über einen umfassenden Baukasten an Methoden und Tools, die sie virtuos einsetzen, um alle Fäden in der Produktentwicklung zusammen zu halten. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Fähigkeiten, die wirklich gutes Projektmanagement ausmachen. Wir wollen die 5 wichtigsten Projektmanagement-Skills im E-Commerce im folgenden erläutern, um Sie in die Lage zu versetzen, von den Erfahrungen unserer Experten zu lernen und Ihr eigenes Projektmanagement weiter zu optimieren. Spoiler: Neben dem methodischen Handwerkszeug eines Projektmanagers spielen besonders persönliche “Soft Skills” eine zentrale Rolle.

1. Kommunikation

Eine Hauptaufgabe des Projektmanagements besteht darin, den Informationsfluss zwischen allen Projektbeteiligten sicherzustellen. PMs sollten also von Natur aus eher zu viel als zu wenig kommunizieren, um sicherzustellen, dass jeder zu jederzeit über genau die Informationen verfügt, die benötigt werden. Deshalb hat die Kommunikation in einem Projekt verschiedene Ausprägungen:

– Vertikales und horizontales Informationsmanagement: Nicht nur nach “oben” und “unten” kommunizieren, sondern beispielsweise auch andere Abteilungen ins Boot holen, um Anforderungen überprüfen zu lassen und jeden hinsichtlich Projektstatus auf Ballhöhe zu bringen.

– Zielgruppenorientierte Kommunikation: Der Ton macht die Musik, das gilt besonders für komplexe Projekte mit vielen Beteiligten. Richtet sich die Information an einen Verteiler, schreibe ich förmlich und nicht zu detailliert. Schreibe ich an mein Team, darf es detailliert und humorvoll sein.

– Situations- und kontextsensitive Kommunikation: Wie viel muss wann zu welchem Zweck kommuniziert werden? In einer Eskalation oder einem Vorstandsbericht können Details weggelassen werden. Formuliere ich Anforderungen für die Entwicklung, müssen Details sein.

Die Herausforderung besteht darin, jederzeit mit jeder Partei in angemessener Informationstiefe und Tonalität zu kommunizieren. Das macht erfahrene Projekt-Kommunikatoren aus.

2. Empathie

Sich in die Lage eines anderen hineinzuversetzen, seine Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen – das macht nicht nur gute Product Owner sondern auch eine*n guten Projektmanager*in aus, denn auch im Projektmanagement spielt das Verstehen von Bedürfnissen und Erwartungen eine wichtige Rolle. Wirklich empathische PM beschäftigt die Frage, wieviel sie außerhalb der rohen Fakten über ihre Auftraggebenden weiß:

Welche Motivation steckt hinter einer Entscheidung?

In welcher Situation befindet sich der Auftraggeber oder die Auftraggeberin?

In welchem Kontext ist eine Anforderung zu verstehen?

Ein empathisches Bemühen um ein gemeinsames Verständnis vom Vorhaben erhöht nicht nur die Chance, dass das Endprodukt den tatsächlichen Erwartungen der Stakeholder entspricht; es sorgt zudem für eine positive Gesamtstimmung, weil sich alle Projektbeteiligten gehört und verstanden fühlen.

Tools, die Stakeholder als Personas im Kundensinne betrachten wie der Empathy Map Canvas helfen PMs dabei, sich in die Lage ihrer Auftraggebenden zu versetzen und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

empathy map canvas als wichtiges Tool für Projektmanagement-Skills im E-Commerce

Quelle: gamestorming.com

3. Erwartungssteuerung

Falsche Erwartungen bei Auftraggebern, Anwender*innen und dem Projektteam können ein E-Commerce-Projekt wie etwa den Relaunch eines Online-Shops schnell scheitern lassen. Das richtige und laufende Management von Erwartungen entscheidet wesentlich darüber, ob beispielsweise das Minimum Viable Product (“Prototyp”) eines Composable-Commerce-Systems in die richtige Richtung entwickelt wird und geeignet ist, die gewünschten Ziele zu erreichen. Besteht beim Auftraggebenden etwa die Erwartung, “good enough” im Sinne des MVP sei “perfekt” aus Business-Sicht, dann hat man einen grundsätzlichen Konflikt von Begrifflichkeiten und Erwartungen – ein Problem.

Sind die Erwartungen nicht klar oder werden sie vom Projektmanagement falsch interpretiert, steht der Projekterfolg auf dem Spiel. Gute PMs beschränken sicher daher nicht auf das reine Managen – Erfassen und Übersetzen – von Erwartungen, sondern steuern diese – idealerweise gemeinsam mit einer Product Ownerin oder einem Product Owner – aktiv. Das ist besonders wichtig, wenn es beispielsweise um die Bewertung von Risiken geht oder neue Kenntnisse im Laufe der Produktentwicklung entstehen. Besteht eine realistische Erwartung beim Auftraggebenden, wird er oder sie im Falle “kalkulierter” Abweichungen vom gewünschten Projektergebnis gelassener reagieren, ohne das Projekt insgesamt in Frage zu stellen.

4. Geschwindigkeitsmanagement

Agiles Projektmanagement dreht sich unter anderem wesentlich darum, Tempo, Kosten und Qualität in der Entwicklung sinnvoll zu balancieren: Time-to-market versus Value. Nicht immer ist beides gleichermaßen realisierbar, dann ist es die Aufgabe des Projektmanagements den Fokus richtig zu setzen. Bei zwingenden Terminen, die einzuhalten sind, ist Fast-Tracking gefragt. Verursachen unterschiedliche Erwartungen zu viel Reibung oder gefährden gar den Erfolg des Projektes, muss ggf. das Tempo gesenkt werden, um Raum für Diskussion und Klärung zu schaffen.

Erfahrene Projektmanager*innen managen nicht ausschließlich Ressourcen und Zeit, sondern auch Beschleunigung und Verlangsamung – oder allgemein gesagt: die Geschwindigkeit. Das bedeutet jedoch nicht, dass Auftraggeber “ihr” Projektmanagement dazu nötigen sollten, einseitig das Tempo auf Kosten der Qualität zu forcieren. Denn die Hauptaufgabe der PMs ist nicht, maximale Geschwindigkeit sicherzustellen, sondern maximalen Produktnutzen zu erreichen. Der Wert eines professionellen Geschwindigkeitsmanagements liegt darin, dafür in jeder Situation das richtige Tempo zu finden.

5. Markt kennen & lernen

Software-Projekte finden nicht im Elfenbeinturm der Entwicklung statt, sondern werden laufend von Entwicklungen und Trends im Markt und der IT-Welt beeinflusst. Nicht selten kommen Auftraggeber mitten in der Entwicklung mit neuen Ideen um die Ecke (“unser Wettbewerber macht jetzt KI, können wir das bei uns auch noch einbauen?”). Gut informierte Projektmanager*innen wissen, auf solche Interventionen fachlich adäquat zu reagieren und die Auftraggeber ggf. in die richtige Richtung zu steuern – ohne jede neue Idee, die nicht im Backlog steht, per se abzublocken. Dazu müssen sie sich laufend über neue Entwicklungen informieren und bereit sein, jederzeit dazuzulernen.

Erfahrene PMs ruhen sich nicht auf ihrem Wissensstand aus, sondern haben immer ein Ohr am Markt. Zum einen, um wie erwähnt, Ideen und neue Anforderungen fachlich richtig einordnen und den Nutzen für das Vorhaben abschätzen zu können. Zum anderen, um Auftraggeber proaktiv beraten und steuern zu können, um gemeinsam das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Methoden der agilen Softwareentwicklung, gängige IT-Architekturen, etablierte Konzepte wie Headless- und Composable-Commerce und Organisationsstrukturen, wie beispielsweise das Strangler-Pattern, sind Grundlagen, die erfolgreiche Projektmanager*innen für ihren Projektauftrag nicht erst recherchieren müssen sollte.

 

Das waren die wichtigsten 5 Projektmanagement Skills für Product-Owner und Projektmanager*innen aus unserer Sicht

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