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Eine komfortable und intuitive Suchmaschine ist entscheidend für den Verkaufserfolg im eCommerce. Wir geben im ersten Teil unserer Artikelserie einen Überblick über die wichtigsten Arten von Suchanfragen, die eine Produktsuche beherrschen muss.

Produktsuche heute: noch viel Luft nach oben

Laut einer Studie vom Baymard Institute gelingt es über 70% der Online-Händler nicht, den Erwartungen der Käufer an die Einfachheit und Zuverlässigkeit der Produktsuche zu entsprechen. Das hat verschiedene Ursachen, wie die folgenden Ergebnisse der Studie zeigen:

  • 18% der Online-Shops liefern keine zufrieden stellenden Ergebnisse, wenn Suchbegriffe oder Produktnamen falsch geschrieben werden.
  • 70% verlangen von Nutzern, dass sie nach genau dem gleichen Produkttyp suchen, der im Shop verwendet wird. In diesen Fällen bringt beispielsweise eine Suche nach “Fön” keine Ergebnisse, wenn das System “Haartrockner” als Produktkategorie verwendet.
  • 60% unterstützen keine thematischen Suchanfragen wie “Daunenjacke” oder “Bürostuhl”.
  • 22% unterstützen keine Suchanfragen nach einer Farbvariation, obwohl das gesuchte Produkt in mehreren Farben verfügbar ist.
  • 84% behandeln keine Anfragen, die eine Zusatzinformation wie z.B. “billig” oder “hochwertig” enthalten.
  • 60% unterstützen keine Sonderzeichen und Abkürzungen, wie beispielsweise Anführungszeichen für die Einheit Zoll.

Eine intuitive Produktsuche entscheidet über den Verkaufserfolg

Händler haben das erkannt und legen bei der Konzeption ihres Online-Shops besonderen Wert auf eine intelligente Suchfunktion. Der Käufer soll in seinem “natürlichen” Suchverhalten unterstützt werden, statt ihm vorzuschreiben, wie er zu suchen hat oder wie es das System von ihm verlangt. Er soll ganz ohne Vorkenntnisse kaufen können, deshalb sollten selbst komplexe Suchfunktionen selbsterklärend und intuitiv sein.

4 Arten von Suchanfragen, die Online-Shops beherrschen müssen

Erfolgreiche Händler bieten ihren Kunden eine Produktsuche, die sich an deren Suchgewohnheiten orientiert. Sie liefert auch dann hilfreiche Ergebnisse, wenn Nutzer z.B. die genaue Bezeichnung eines Produktes nicht kennen oder ihre Suche durch “eigene” subjektive Attribute verfeinern.

Typische Suchanfragen lassen sich grob in vier Gruppen einteilen:

1. Exakte Suche

Das ist ein häufiger Fall im B2B-Einkauf. Der Kunde sucht nach einem bestimmten Produkt, beispielsweise nach einem Ersatzteil für eine Maschine, das er regelmäßig erneuern muss.

Was auf den ersten Blick wie eine leichte Übung für Suchmaschinen aussieht, ist in der Praxis nicht trivial, denn auch wenn sich Nutzer bei der Produktbezeichnung oder der Artikelnummer vertippen, sollte die Produktsuche erkennen, welches Produkt gemeint ist, und das passende Suchergebnis ausgeben können.

In manchen Fällen werden Produkte auch unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt. Auch dann sollte eine Produktsuche erkennen, welches Produkt gemeint ist und hierfür zumindest mögliche Optionen ausgeben.

2. Filtern nach Produkttypen und -eigenschaften

Diese Art der Suche kommt dann vor, wenn es dem Käufer nicht auf das Produkt eines bestimmen Herstellers ankommt oder er sich zunächst nur einen Überblick über das Angebot verschaffen will.

Dafür bietet der Shop unseres Kunden HENKA einen sogenannte Drill-Down-Filter an, mit dem Nutzer sehr einfach durch Produktkategorien und -facetten navigieren können. Mit jedem Klick auf ein Attribut kommt der Nutzer dem gesuchten Produkt schrittweise näher. Darin liegt die Stärke dieser Suchmechanik.

Drill-Down-Filter auf henka.de

3. Freie Suche nach Problemlösungen oder Anwendungen

Am Anfang des Kaufprozesses, des sogenannten “Sales-Funnels”, haben Käufer oft noch keine konkrete Vorstellung von Produkten, sondern suchen ergebnisoffen nach Lösungen für ihre Probleme oder für bestimmte Anwendungen.

Sucht beispielsweise ein KFZ-Mechaniker nach einer Lösung für “Metall bohren”, dann erhält er im Shop unseres Kunden Berner Group Vorschläge für Produktgruppen wie Bohrer, Gewindeschneider oder Schneideisen. Auf dieser Basis kann er seine Suche gezielt verfeinern.

Suche nach Anwendungen auf shop.berner.eu

Tipp: Die Suche nach Problemlösungen oder Anwendungen bietet Händlern die Chance, neben Produkten auch nützliche fachliche Inhalte wie Anleitungen oder Fachartikel anzubieten. Ideen und Anregungen, wie Sie mit Content Commerce einen Mehrwert für Ihre Kunden schaffen, finden Sie unserem Blog-Artikel “Content Commerce im B2B: Hintergrund, Tipps, Beispiele

4. Suche ohne Produktbezug

Auch wenn die Hauptfunktion der Suche in einem Online-Shop darin besteht, relevante Produkte zu finden, sollte sich die Suchmaschine nicht nur auf die Suche im Produktkatalog beschränken, da Nutzer nicht selten auch nach Inhalten ohne Produktbezug wie beispielsweise Anleitungen zur Nutzung des Shops, Unternehmensinformationen etc. suchen.

Eine möglichst intuitive Suche beinhaltet deshalb auch, dass sich Nutzer keine Gedanken darüber machen müssen, wie sie an solche Inhalte gelangen. Es gilt, eine zentrale Suche für alle Anfragen des Käufers bereitzustellen und die Suchergebnisse entsprechend sinnvoll nach Produkt- und nicht-produktbezogenen Inhalten unterschieden dazustellen.

Qualität der Produktdaten entscheidend

Neben der technischen Funktionalität braucht eine leistungsfähige Suche auch Produktdaten von hoher Qualität. Diese müssen so aufbereitet sein, dass sie die Suchalgorithmen optimal unterstützen. Um dies zu erreichen, werden bei unserem Kunden Henka die Produktdaten für den Online-Verkauf automatisiert angereichert und aufbereitet, wir nennen das Product Data Consolidation.

Videotipp: Mehr über Product Data Consolidation im Shop von Henka erfahren Sie in der Aufzeichnung unseres Webinars mit Projektbericht.

Fazit & Ausblick

Suchmaschinen wie Google haben die Maßlatte für die Produktsuche in Online-Shops hoch gelegt. Auch die Suche nach Produkten in einem Online-Shop muss sich an den Suchgewohnheiten der Nutzer orientieren und dementsprechend einfach und intuitiv sein.

Im nächsten Teil unserer Artikelserie werden wir uns weitere Arten von Suchanfragen in Online-Shops ansehen und zeigen, welche Anforderungen sich daraus an die Produktsuche in Ihrem Shop ergeben.

Kein Online-Shop ist perfekt. Viele Probleme zeigen sich nicht an der Oberfläche, sondern in Prozessen und Strukturen hinter den Kulissen. Wir werfen einen Blick auf drei Problemzonen, die uns in der Praxis immer wieder begegnen und geben Anregungen, wie Händler dem begegnen können.

Veraltete Systeme, manuelle Workarounds und ineffiziente Prozesse

Vielen Händlern ist bewusst, dass es beim Thema E-Commerce noch Luft nach oben gibt: die Lösung, die sie einsetzen, ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Vieles von dem, was eigentlich automatisiert ablaufen könnte, wird manuell erledigt. Strukturelle Probleme werden durch aufwändige Workarounds ausgeglichen. Solange sich der Schmerz über diesen Zustand in Grenzen hält, neigen viele Händler dazu, notwendige Maßnahmen zur Verbesserung auf die lange Bank zu schieben. Das kostet jedoch Zeit und Geld, wie eine Schätzung von Etailsolutions zeigt:

Quelle: etailsolutions.com

Es lohnt sich also, typische Problemzonen genauer zu analysieren und aktiv zu werden.

Veraltete Systeme, manuelle Workarounds und ineffiziente Prozesse kosten Händler im Schnitt 195 Manntage pro Jahr. Ressourcen, die den Verkaufserfolg erheblich schmälern.

1. Hoher Aufwand für die Bereitstellung von Produktdaten

Laut Studie zum Einfluss der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel von ibi Research, DIHK und IHK verursacht die Bereitstellung von Produktdaten bei jedem zweiten Online-Händler mehr Aufwand als erwartet. Nicht selten müssen große Mengen von Produktdaten manuell aufbereitet werden, damit sie den Anforderungen im Online-Verkauf genügen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Produktdaten aus verschiedenen Quellen, von verschiedenen Zulieferern, im Shop zusammengeführt werden. Jede Quelle liefert Produktdaten in unterschiedlicher Struktur und Qualität, die zunächst homogenisiert, bzw. konsolidiert werden müssen, bevor sie im Shop eingesetzt werden können. Fehlerhafte Datensätze müssen manuell geprüft und korrigiert werden, was ganze Teams häufig tagelang beschäftigt. Häufig tauchen die Fehler, die manuell beseitigt wurden, beim nächsten Update der Daten wieder auf. Ein Teufelskreis, an den sich viele Händler gewöhnt haben, der jedoch viel Aufwand verursacht. Dieser Aufwand ließe sich deutlich reduzieren, wenn man die Aufbereitung der Produktdaten automatisieren würde.

Beim Thema Produktdaten leben viele Händler in einer Schonhaltung, die dazu beiträgt, dass laufend Ressourcen verschwendet werden.

eCube hat mit Product Data Consolidation (PDC) einen Mechanismus entwickelt, mit dem Händler die Qualität ihrer Produktdaten kontinuierlich und automatisiert verbessern können. Der Unterschied zur Datenkonsolidierung in klassischen PIM-Systemen besteht darin, dass PDC nicht kurzfristig das Ergebnis der Datenaufbereitung speichert, sondern die „Schablone“ für die Aufbereitung. Gelangen im Zuge von Updates neue fehlerhafte Daten in ein Shop-System, dann können diese durch regelbasierte Algorithmen automatisiert korrigiert werden. Die Regeln für die Aufbereitung der Daten werden kontinuierlich verfeinert, sodass das System im Laufe der Zeit dazulernt und immer mehr Arten von Fehlern selbstständig bereinigt. Das spart manuellen Aufwand für die Aufbereitung und erhöht die Qualität der Produktdaten nachhaltig.

Lesetipp: Wenn Sie mehr über Product Data Consolidation (PDC) erfahren wollen, dann laden Sie sich hier unser kostenloses Whitepaper herunter.

2. Veraltetes System beschränkt die Flexibilität

Die Anforderungen und Erwartungen der Käufer an E-Commerce verändern sich laufend. Genügte es noch vor wenigen Jahren, dass man in einem Shop nach Produkten suchen und diese möglichst einfach kaufen konnte, so erwarten Käufer heute, dass ein Online-Shop „mitdenkt“ und Lösungen für fachliche Probleme liefert. Diese Art von „Intelligenz“ lässt nur realisieren, wenn der Shop einerseits mit anderen Systemen im Unternehmen wie etwa ERP, CMS und PIM über flexible Schnittstellen verbunden ist. Zum anderen muss das Gesamtsystem flexibel erweiterbar sein, wenn beispielsweise künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Content-Personalisierung oder CRM das Kauferlebnis verbessern sollen. Vor allem Shop-Systeme, die über die Jahre wild gewuchert sind, stoßen regelmäßig an die Grenzen ihrer Skalierbarkeit. Kleine Anpassungen sind dann mit großem Entwicklungsaufwand verbunden.

Wenn kleinste Anpassungen und Erweiterungen unverhältnismäßig großen Aufwand verursachen, dann ist es an der Zeit für grundlegende Veränderungen.

Der Relaunch eines Shop-Systems ist in vielen Fällen deutlich wirtschaftlicher als der andauernde Kampf gegen technische Widerstände und Einschränkungen, die nicht nur Aufwand verursachen, sondern auch den Verkaufserfolg gefährden können. Online-Shops, die dem Käufer nicht den Mehrwert bieten, den er heute erwarten darf, haben kaum eine Chance im Wettbewerb zu bestehen. Dass bedeutet nicht, dass beim Neubau eines Online-Shops jeder technologische Trend berücksichtigt werden muss, der gerade angesagt ist. Im Gegenteil: Ein strategisch durchdachter Neustart beschränkt sich zunächst auf das Wesentliche, die Funktionen, die nötig sind, um einen spürbaren Mehrwert für Händler und Käufer zu schaffen.

Lesetipp: Wenn Sie mehr über die Entwicklung von Online-Shops nach agilen Prinzipien erfahren wollen, dann laden Sie sich hier unser kostenloses Whitepaper herunter.

3. Customer Experience Management im Blindflug

Ein Online-Shop allein genügt heute längst nicht mehr, um Kunden zu gewinnen oder zu binden. Entscheidend für den Erfolg im E-Commerce ist das Kauferlebnis, das ein Händler in seinem Shop bietet: lassen sich Produkte leicht und intuitiv recherchieren? Werden dem Kunden Produkte und Inhalte angezeigt, die zu seinen Interessen passen (Stichwort Personalisierung)? Lässt sich der Bestellprozess (Warenkorb und Check-Out) einfach an individuelle Sourcing-Prozesse beim Käufer anpassen? Customer Experience Management im E-Commerce zielt darauf ab, das Kauferlebnis bzw. die Zufriedenheit der Käufer mit einem Online-Shop systematisch zu analysieren und zu verbessern.

Die Praxis zeigt, dass viele Händler kein systematisches Customer Experience Management betreiben. Eine Analyse des Nutzerverhaltens beschränkt sich häufig auf grundlegende Messwerte des Website-Analytics. Daten, die Shop-Systeme zur Analyse von individuellen Kaufvorgängen liefern, werden quantitativ, aber selten qualitativ ausgewertet. Beides führt dazu, das das Wissen über das Nutzerverhalten oberflächlich bleibt bzw. nur bedingt dazu genutzt wird, das Kauferlebnis laufend zu verbessern. Dadurch bleiben viele Chancen ungenutzt und Missstände, die dazu führen, dass Käufer zur Konkurrenz abwandern, bleiben im Extremfall unentdeckt.

“Your most unhappy customers are your greatest source of learning.” – Bill Gates

Die meisten unserer Projekte – egal ob ein Online-Shop neu gebaut oder erweitert werden soll – beginnen wir bei eCube mit einer grundlegenden Analyse der Customer Experience im Shop und über Shop-Grenzen hinweg. Denn besonders im Multichannel-Verkauf umfasst das Kauferlebnis alle Kanäle für den Verkauf. In einem Analyse-Workshop ermitteln wir gemeinsam mit unseren Kunden die wichtigsten Bedürfnisse und Erwartungen der Käufer an den Kauf im Internet. Auf dieser Basis lässt sich sehr gut bestimmen, wie im konkreten Fall der Online-Verkauf inhaltlich und technisch gestaltet sein muss, damit er den maximalen Nutzen für den Kunden bietet und das Potenzial für E-Commerce voll ausschöpft.

Lesetipp: PsyConversion: 101 Behavior Patterns für eine bessere User Experience und höhere Conversion-Rate im E-Commerce – der Autor erläutert, wie unser Gehirn zu Entscheidungen kommt, welche unbewussten Verhaltensmuster dabei verwendet werden und wie diese im E-Commerce aktiviert werden können.

Früher musste E-Commerce vor allem solide sein, um zu verkaufen. Heute erwartet der Käufer von Online-Shops, das sie für ihn mitdenken. Was bedeutet das für Händler, die ihren E-Commerce starten oder weiterentwickeln wollen?

Der E-Commerce hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Wenn wir an die Anfänge des Online-Verkaufs zurückdenken, dann waren Shops sehr einfach. Sie bestanden aus einem Produktkatalog mit grundlegenden Filter- und Suchfunktionen, einem Warenkorb und einer Kasse. Käufer suchten nach Produkten, legten diese in den Warenkorb und klickten auf “bezahlen”. Diese Funktionalität genügte, um im Internet zu verkaufen.

Heute müssen Sie als Händler ihren Kunden deutlich mehr bieten, wenn sie im wachsenden Wettbewerb bestehen wollen. Käufer erwarten auch im B2B echte Kauferlebnisse statt nur Beschaffung. Das sollten Händler berücksichtigen, wenn sie mit E-Commerce starten oder ihren Online-Verkauf weiterentwickeln wollen. In vielen Fällen müssen zunächst die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass ein Shop nicht nur die Rolle des Verkäufer erfüllt, sondern auch zum digitalen Berater wird.

Was Geschäftskunden von E-Commerce erwarten

E-Commerce ist kein Selbstzweck, sondern ist nur dann erfolgreich, wenn er einen messbaren Mehrwert sowohl für den Händler als auch für den Kunden schafft. Kunden erwarten, dass der Kauf im Internet ihnen deutliche Vorteile gegenüber dem klassischen Kauf per Katalog oder über den Vertrieb bietet:

  • Der geschäftliche Einkauf in einem Online-Shop ist praktischer und schneller
  • Die Suche nach Produkten und Dienstleistungen ist einfacher
  • Produkte sind online günstiger, was die Möglichkeit bietet, Kosten zu sparen
  • Es steht online eine größere Auswahl an Produkten zur Verfügung
  • Das Angebot wird im Online-Shop besser auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten

Um diese Erwartungen erfüllen zu können, müssen Händler den Verkauf im Internet strategisch planen und entwickeln. Inhalte und Funktionen eines Online-Shops sollten sich dabei konsequent an den Erwartungen der Kunden orientieren. Denn nur so ist es möglich, einen echten Mehrwert zu schaffen, der sich gegenüber den Angeboten von Wettbewerbern im Markt positiv hervorhebt.

Was bei der Vorbereitung und Planung von E-Commerce-Projekten zu beachten ist, lesen Sie in unserem Whitepaper “Das 1×1 für erfolgreiche Shop-Projekte”, das Sie hier kostenlos herunterladen können.

E-Commerce gestern und heute

Egal ob Sie Ihr E-Commerce weiterentwickeln wollen oder noch am Anfang stehen, ist es wichtig, sich an neuen Entwicklungen zu orientieren. Dabei geht es nicht nur um Technologie, sondern besonders um die Frage, wie Sie E-Commerce als vollwertigen Teil Ihres Multichannel-Verkaufs mit strategischer Weitsicht planen und umsetzen. 

Wir haben im Folgenden einige Erfolgskriterien für den Online-Verkauf von gestern und heute gegenübergestellt. Wenn Sie bereits einige Jahre E-Commerce betreiben, werden Sie sich möglicherweise an der einen oder anderen Stelle im “E-Commerce  gestern” wiederfinden. Es lohnt sich dann einen Blick in die rechte Spalte zu werfen, wo wir Anforderungen an E-Commerce aus heutiger Sicht zusammengestellt haben. Zukünftige Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und ähnliches haben wir aussen vor gelassen.


E-Commerce gesternE-Commerce heute
KundeKäufer sucht nach bestimmten Produkten und kauft
Einzelne Online-Käufe nach Bedarf und manuell
Käufer sucht nach Lösungen und informiert sich umfassend, bevor er kauft
Regelmäßige Online-Käufe in Sourcing-Prozesse in Kunden-ERP integriert
E-Commerce-StrategieGesonderte “Strategie” für Online-VerkaufE-Commerce ist in die Vertriebsstrategie eingebettet
Projektplanung & -umsetzungOnline-Shops werden von Zeit zu Zeit weiterentwickelt
Projekte werden nach dem Wasserfall-Prinzip realisiert
Funktionen, Prozesse und Strukturen werden kontinuierlich weiterentwickelt
Projekte werden nach agilen Prinzipien realisiert
Integration & SchnittstellenOnline-Shop und einzelne angebundene Systeme (PIM, CRM) bilden eine Systeminsel für E-Commerce
Für Erweiterungen des Systems werden fallweise neue Schnittstellen entwickelt
Online-Shop ist komplett in die Systemlandschaft des Unternehmens (ERP, PIM, CRM, CMS u.a.) integriert
Das System kann über Standardschnittstellen flexibel erweitert werden
E-Commerce-SystemeLösung orientiert sich an dem, was es am Markt gibtLösung orientiert sich an individuellen Anforderungen
ProduktdatenmanagementÜberschaubare Menge an Daten aus einer Quelle
Produktdaten werden turnusmäßig aktualisiert
Daten werden teilweise manuell aufbereitetProdukte werden manuell miteinander verknüpft
Große Menge an Daten aus verschiedenen Quellen
Produktdaten werden laufend aktualisiert und erweitert
Daten werden automatisiert konsolidiert
Produkte werden automatisiert über Metadaten verknüpft
Customer ExperienceKäufer recherchiert Produkte über Suche und Filter
Commerce und Content getrennt in Shop und Website
Shops sind für den Kauf am PC oder Laptop zugeschnitten
Shop zeigt dem Käufer die für ihn passenden Produkte und Inhalte (Personalisierung)
Content-Commerce verbindet Verkauf und Fachinformation im Shop
Shops müssen den Kauf über mobile Endgeräte unterstützen (Responsive)
Multichannel-VerkaufE-Commerce ist eigenständiger VerkaufskanalOnline-Verkauf findet nur im eigenen Shop stattAngebot im klassischen Verkauf unterscheidet sich vom Angebot im E-CommerceE-Commerce ist integrierter Bestandteil der VertriebsstrategieOnline-Verkauf findet auch in sozialen Medien oder Marktplätzen stattVerkauf online und offline werden zu Omnichannel verschmolzen
Know how & RessourcenE-Commerce Know how wird eingekauft
E-Commerce wird von IT und Vertrieb “miterledigt”
E-Commerce Know how wird im Unternehmen entwickelt
“Dediziertes” Team für E-Commerce mit interneren und ggf. externen Ressourcen
Rolle der DienstleisterDienstleister implementieren TechnologieDienstleister befähigen zu E-Commerce

Besonders bei Händlern, die E-Commerce schon länger betreiben, ist das Thema in die Jahre gekommen. Hinsichtlich Technologie, Prozesse und Integration ist “viel Luft nach oben”. Die Erkenntnis, nicht mehr “State of the art” zu sein, erzeugt nicht selten Innovationsdruck. Händler sind dann geneigt, alles auf einen Schlag ändern zu wollen. Es empfiehlt sich jedoch in solchen Fällen, schrittweise vorzugehen. Starten Sie mit den Bereichen, die schnell und mit möglichst geringem Risiko eine dauerhafte Verbesserung ermöglichen, bei den sogenannten “Low hanging fruits”.

Beispiele für “Low hanging fruits” in der Weiterentwicklung von E-Commerce

  • Content (Fachartikel, Anleitungen, Kundenstimmen etc.) werden über eine semantische Verknüpfung mit Produktdaten in den Shop integriert.
    (Lesen Sie dazu unseren Artikel “Content Commerce im B2B: Hintergrund, Tipps, Beispiele“) 
  • Produktdaten im Shop werden nicht mehr manuell aufbereitet, sondern im System automatisiert konsolidiert.
    (Lesen Sie dazu unseren Artikel “Produktdaten im eCommerce: Verwalten Sie noch oder veredeln Sie schon?“)
  • Für den Aufbau eines eigenen Entwicklungsteams für E-Commerce werden im ersten Schritt Spezialisten geleast, statt gleich Mitarbeiter einzustellen.
    (Wir bei eCube unterstützen Sie gerne mit Spezialisten aus unserem Team)

Smarte Shops erfordern smarte Strategien

Die Herausforderung für Händler besteht darin, Technologien, Prozesse und Strukturen im Online-Verkauf laufend an die sich verändernden Anforderungen anzupassen. Das klassische Planen und Umsetzen von E-Commerce-Projekten nach dem “Wasserfall”-Prinzip – einmal planen, einmal umsetzen – stößt hier an Grenzen. Gefragt sind Methoden, die den Entwicklungsprozess schrittweise (iterativ) so transparent und flexibel gestalten und in jedem Entwicklungszyklus möglichst schnell zu sichtbaren Ergebnissen führen. Wir bei eCube entwickeln Online-Shops deshalb nach agilen Prinzipien.

Lesetipp: Mehr über agile Shop-Entwicklung erfahren Sie im Gastbeitrag von Günter Heiss, Geschäftsführer bei eCube, auf de.eas-mag.digital.

Fazit: Weiterentwicklung sinnvoll angehen

Die Welt des E-Commerce dreht sich schnell. Eine Entscheidung, die Sie heute für Ihren Online-Verkauf treffen, kann morgen bereits wieder überholt sein. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, sich in kleinen Schritten zu bewegen, so wie Sie es in unbekannten Terrain bei einer Bergwanderung tun. Ein kleiner Schritt birgt weniger Risiko als ein großer Schritt, bei dem Sie möglicherweise das Gleichgewicht verlieren. Für Ihren nächsten Schritt im E-Commerce bedeutet das, sich an dem zu orientieren, was schnell und mit geringem Risiko zu erreichen ist. Wir bei eCube unterstützen Sie gerne dabei, herauszufinden, welcher Weg für Sie sinnvoll ist.