7 Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Shop‑Relaunch

Viele Glühlampen symbolisieren Tipps und Tricks

Ob durch steigende Kundenerwartungen oder komplexer werdende technische Anforderungen – monolithische E-Commerce-Systeme stoßen immer öfter an ihre Grenzen. Wenn Sie aktuell über einen Shop-Relaunch samt Plattformwechsel nachdenken, bietet sich Composable Commerce an. Worauf Sie im Hinblick auf eine erfolgreiche Umstellung und die richtige Vorgehensweise bei ihrer Einführung achten sollten, haben wir für Sie kurz zusammengefasst.

1. Kühlen Kopf bewahren und den Status checken

Bevor Sie in die Relaunch-Planung Ihres Shops einsteigen, erfassen Sie zunächst den Ist-Zustand Ihres Alt-Systems. Ermitteln Sie, ob wirklich handfeste Gründe für einen Relaunch vorliegen. Kriterien hierfür können Anforderungen Ihrer Kunden, aber auch zu erwartende Aufwände für den Support, die Erweiterung um neue Funktionalitäten, Schnelligkeit und Wartung sein. Gleichen Sie diese Faktoren mit den Aufwänden ab, die Ihnen der Umstieg auf eine Composable Commerce Architektur bietet.

Eine Liste mit Gründen, die für ein Replatforming oder einen Relaunch sprechen

2. Klarheit finden und eine Vision entwickeln

Es geht nicht um „nice-to-have“, sondern um eine Ablösung oder Umstellung mit Mehrwerten. Identifizieren Sie deshalb die gewünschten zentralen Funktionen, Randbedingungen und Kontexte Ihrer zukünftigen Plattform. Auf eine Wunschliste späterer Funktionen kann verzichtet werden. Anstelle dessen sollten auf Business Values basierende User Stories entscheiden, wie die zukünftige Funktionen Ihres Shops aussehen sollen. Überprüfen Sie deren Machbarkeit und erstellen Sie eine Roadmap für die Umsetzung. Beachten Sie dabei unbedingt Abhängigkeiten zu Drittsystemen und die Sicherstellung ihrer Kompatibilität.

3. Strangler: Einfach, aber mit dem höchsten Nutzen einsteigen

First things first. Nutzen Sie die Erkenntnisse des Strangler Pattern, das sich mit der sinnvollen Migration von monolithischen Systemen auf Microservices befasst. Es geht davon aus, dass man sich bei einem Systemwechsel zunächst darauf konzentriert, wichtige Funktionalitäten mit geringer Komplexität oder höchstem Nutzen zuerst zu ersetzen, um Instant Value zu schaffen. Ähnlich wie bei der Vorgehensweise des Minimum Viable Product (MVP) geht es darum, in der Entwicklung, möglichst frühzeitig Werte in Ihrem Projekt zu schaffen und aus den vielleicht noch nicht optimalen Prozessen zu lernen.

Abbildung Strangler und Frontend

4. Laufen lassen, weiterentwickeln und abschalten

Warten Sie nicht den Big Bang ab, sondern gehen Sie routiniert und konsequent vor. Bringen Sie zunächst und im laufenden Betrieb einzelne gewünschte Funktionen live. Gewinnen Sie durch Tests bei Ihren Kunden Vertrauen und gleichen Sie Ihre KPIs ab. Ist die Stabilität der Funktionalitäten und Services erreicht, können Sie den alten Code abschalten. 

5. Standards zuerst, Schnittstellen später

Der Vergleich mit der Musik hinkt nicht. Composable kommt von „Komponieren“. Komponieren Sie Ihr zukünftiges System anfänglich am besten mit den verfügbaren Standardfunktionen. Ob Kundendaten- oder Produktdaten- oder Category Management – viele Funktionalitäten können bereits durch Cloud-Anbieter vollständig gecovered werden und müssen nicht komplett neugebaut werden. Bevor Sie also individuelle Extensions/Customizations nutzen, die in der Regel selbst zu betreiben und zu warten sind, prüfen Sie verfügbare Cloud-Angebote. Wenden Sie sich in der Folge den Schnittstellen zu Drittsystemen für die Datensynchronisation zu.

6. Sauber bleiben beim Frontend und der Business Logik

Achten Sie bei der Weiterentwicklung Ihres Shops darauf, die Anforderungen Ihrer Kundinnen und Kunden nicht mit den Anforderungen des Systems zu vermischen. Die Business-Logik sollte entsprechend ihres Kontextes in den Backend-Services zu „verpackt“ sein. Das Frontend sollte strikt nur für die Darstellung genutzt werden. Hier können Sie eventuell auch Micro-Frontends einsetzen, die sich nach User Journeys aufsplitten. Betrachten Sie das Frontend als „Schaufenster“ Ihres Shops und das Backend als die „Logistik dahinter“. Beide haben unterschiedliche Anforderungen, die gut getrennt und separat gemanaged gehören.

7. Funktionen zentralisieren und standardisieren

Verteilen Sie nicht zu viel. Ob bei der Administration generell, oder auch im Detail zum Beispiel bei der Verwaltung von Zugriffsrechten, sollten Sie darauf achten, Querschnittsfunktionen zu zentralisieren oder durch standardisierte Software-Komponenten abzudecken. Das sorgt für Ordnung, eine geringere Komplexität in der Administration oder eine bessere Systemhandhabung. Plus: standardisierte Tools bieten Ihnen insgesamt eine höhere Sicherheit, eine bessere Wartbarkeit und sind oftmals schneller zu skalieren.

Fazit: Gut vorbereiten – besser aufsetzen

Composable Commerce bietet eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber den hergebrachten, monolithischen Systemen. Insbesondere die modulare Integration spezialisierter Softwaredienste sorgt für mehr Flexibilität und eine schnelle Anpassungsfähigkeit Ihres Angebot. Nehmen Sie sich für Ihr Replatforming die notwendige Zeit. eCube hat für Sie eine Whitepaper-Reihe zu dem Thema erstellt und bietet Ihnen auf Wunsch ein kostenloses Webinar on demand zum Thema Composable Commerce an. Gerne stehen wir Ihnen auch direkt mit Informationen und Services für Ihren erfolgreichen Shop-Relaunch zur Verfügung. Sprechen Sie uns an.

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